Nutzungsvertrag für die Räumlichkeiten gekündigt

„Eschwege hilft“ braucht Hilfe: Organisation sucht bis Februar neue Räumlichkeiten

Karl Montag Koordinator

Sie helfen zweimal pro Woche Menschen, die in Not geraten sind mit Kleidung, Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen.  Jetzt benötigt die Hilfsorganisation aber selbst Hilfe.

Der Nutzungsvertrag für die Räumlichkeiten im ehemaligen Helco-Supermarkt am Grünen Weg wurde zum 29. Februar gekündigt.

„Eschwege hilft“ hat sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 gegründet. Damals wurden Matratzen für die Neuankömmlinge im Durchgangslager in Friedland gesucht. Schnell wurde klar, dass die über 1000 Flüchtlinge, die nach Eschwege und in die umliegenden Orte gekommen waren, dauerhaft Hilfe benötigen. Im ehemaligen Helco-Markt von Uwe Jantz fand die Hilfsorganisation eine Zentrale, die sie sich mit der Hospizgruppe Eschwege teilen. Jantz stellt den Ehrenamtlichen seine Immobilie mietfrei zur Verfügung. Die Stadt Eschwege beteiligt sich an den Nebenkosten.

Angebot ausgedehnt

Aylin Abhau Koordinatorin

Nachdem die erste Not im Laufe der Monate gelindert war, weil weniger Flüchtlinge in die Kreisstadt kamen, ebbte die Spendenbereitschaft der Eschweger aber nicht ab. Die ehrenamtlichen Helfer entschieden sich weiter zu machen und dehnten ihre Hilfsangebot aus. Auch Eschweger aus schwierigen finanziellen Verhältnissen gehören jetzt zu den Klienten. Mittwochs und freitags ist geöffnet. Bislang.

Vor einer Woche erreichte „Eschwege hilft“ die „Beendigung der Nutzung der Teilfläche“ durch Eigentümer Uwe Jantz. Er beabsichtigt, die Eschweger Tafel, die ihr Domizil an der Hindenlangstraße verlassen muss, dort unterzubringen. Die Voraussetzungen für die Tafel seien ideal, weil durch die Metzgereianlagen in dem ehemaligen Supermarkt die Voraussetzungen für das Anbieten von Lebensmitteln gegeben sei. Fleischräume, Kühlräume und Hygienevorrichtungen seien bereits vorhanden.

Des einen Freud, des anderen Leid: „Wir sind im Moment verzweifelt und wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Karl Montag als Sprecher der Hilfsorganisation. Am Mittwoch wurden die Mitstreiter von „Eschwege hilft“ informiert. Sie wollen sich nach der Kündigung nach neuen Räumlichkeiten umsehen.

Gewerberäume gesucht 

Die Gruppe braucht Gewerberäume zentral in der Eschweger Kernstadt, die fußläufig zu erreichen sind. 500 Quadratmeter Fläche wie im Moment brauchen sie nicht nicht mehr, 300 Quadratmeter sollten es aber schon sein. Neben einer Anlieferzone ist der Wunsch der Hilfsorganisation, dass die Räume ebenerdig zu erreichen sind. Toiletten und Heizung wären ebenfalls nötig. „Wir können allerdings nur eine kleine Miete zahlen“, sagt Aylin Abhau von „Eschwege hilft“.

Die Stadt Eschwege hat zugesagt, die Hilfsorganisation weiter zu unterstützen – auch bei der Suche nach neuen Räumen. „Am liebsten wäre uns, die drei sozialen Einrichtungen ,Eschwege hilft’, Eschweger Tafel und Hospizgruppe in der Innenstadt zu bündeln“, sagt Alexander Heppe in einem Schreiben an „Eschwege hilft“. Ob das in dem ehemaligen Supermarkt am Grünen Weg sein kann, steht noch nicht fest. „Ich denke darüber nach“, sagt Jantz. Für die rund 25 Ehrenamtlichen, die sich bei „Eschwege hilft“ engagieren, steht fest, dass sie weitermachen wollen. „Die Kündigung bedeutet nicht das Ende“, sagt Frank Daumann für die Gruppe.

Angebote erwünscht 

Wer eine Gewerbeimmobilie für „Eschwege hilft“ anbieten möchte, kann sich unter karl.montag@t-online.de oder unter redaktion@werra-rundschau.de melden. Wir leiten die Angebote weiter.

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