Über Grenzen hinweg lernen

Fragen und Antworten zum internationalen Kongress der Bundespolizei in Eschwege

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Die Eschweger Stadthalle als Kongresszentrum: Bis zu 110 Teilnehmer folgten an drei Tagen den Referenten. Dazu gehörten Professoren genauso wie Schilderungen aus der Praxis von der Schweizer Armee.

Eschwege. Drei Tage lang bevölkerte ein Großaufgebot internationaler Polizeivertreter die Stadthalle in Eschwege. Die Kommissare waren aber nicht zum Einsatz, sondern zur Fortbildung nach Eschwege gekommen. 

Der zweite E-Learning-Kongress der Polizeien fand jetzt in Eschwege statt. Wir geben die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Kongress:

Was bedeutet E-Learning eigentlich?

Unter E-Learning (englisch electronic learning = „elektronisch unterstütztes Lernen“) versteht man das Lernen mithilfe von elektronischen und digitalen Medien. Sie sollen die zwischenmenschliche Kommunikation unterstützen. Seit Ende der 1990er Jahre erfuhr das E-Learning durch die Verbreitung des Internets einen starken Aufschwung. Zum E-Learning gehören beispielsweise computerbasierte Lernformen im Internet, Simulationen, Erklärvideos, Videokonferenzen oder Lernspiele. Von allen Seminaren dieses Kongresses in Eschwege gibt es im Anschluss beispielsweise Videos.

Wer war denn zu diesem Kongress eingeladen?

Polizisten aus ganz Europa. Neben Deutschen waren vor allem Holländer, Schweizer und Rumänen anwesend. Zwischen 80 und 110 Kongress-Teilnehmer und zahlreiche Dozenten waren täglich in der Stadthalle.

Welche Vorteile bietet das E-Learning?

Grenzen zwischen Bundesländern und Ländern verschwinden. „Der Austausch von Lernprogrammen zwischen Bund und den Ländern sowie zwischen den Polizeiakademien europäischer Staaten ermöglicht in Zukunft eine bessere Abstimmung“, sagt Bundespolizeipräsident Alfons Aigner.

Die Lernenden sind räumlich und zeitlich unabhängig. Menschen, die lieber den PC und das Internet nutzen als Bücher zu lesen, können durch E-Learning viele Lerninhalte besser aufnehmen oder bereits bekannte Inhalte ergänzend und interaktiv erarbeiten.

Werden Standorte wie das Aus- und Fortbildungszentrum dann in Eschwege zukünftig überflüssig?

Nein. E-Learning kann die traditionellen Bildungsformen nicht ersetzen. Es soll die zwischenmenschliche Kommunikation unterstützen. „Bei unserer Ausbildung kommt es viel auf den persönlichen Kontakt an“, sagt Matthias Bick, Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums in Eschwege.

Wie könnte der Einsatz von E-Learning zukünftig ganz praktisch im Berufsalltag eines Polizisten aussehen?

Sogenannte mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets sollen in Zukunft eine größere Bedeutung bekommen. Bundespolizeipräsident Aigner stellte eine Vision vor: „Ein Polizist hat bei einer Personenüberprüfung über das Smartphone Zugriff auf alle relevanten Fahndungs- und Aukunftsdateien. Vor Ort kann er schon alle polizeilichen Anwendungen abwickeln.“ Dazu könne beispielsweise auch ein Fingerabdruck-Abgleich per Smartphone wie in den Niederlanden gehören, sagt der Pressesprecher der Bundespolizei Eschwege, Christian Hilmes.

Welche Rolle hat die Bundespolizei Eschwege bei diesem Kongress übernommen?

Nach der Premiere im vergangenen Jahr in Bayern hat die Bundespolizei in Eschwege jetzt den zweiten Kongress organisiert. Seit fast einem Jahr laufen die Vorbereitungen. Zu dem Kongress wurden international anerkannte Experten gewonnen. Außerdem hat da Aus- und Fortbildungszentrum für Unterkunft, Verpflegung und Unterhaltungsprogramm gesorgt. In der Stadthalle wurde ein eigenes WLAN-Netz aufgebaut.

Hat Eschwege von diesem Kongress auch profitiert?

Untergebracht waren die Teilnehmer zwar in den Räumen der Bundespolizei. Die Weiterbildung fand aber in der Stadthalle statt, die damit drei Tage ausgebucht war. Für die Teilnehmer wurden außerdem mehrere Stadtführungen angeboten. „Danach waren alle begeistert von unserem schönen Fachwerkstaädtchen“, berichtet Hilmes.

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