Itzhak Heilbrunn aus Israel erforscht in Eschwege die Geschichte seiner Familie

+
Familiensitz: Friedrich Körner (links) und Itzhak Heilbrunn (rechts, im Hintergrund Heilbrunns Tochter) betrachten ein altes Foto, das den früheren Familiensitz an der Wallgasse in Eschwege zeigt.

Eschwege. Seit vergangenem Jahr forscht Itzhak Heilbrunn aus Israel in der Geschichte der eigenen Familie. Mit Söhnen und Tochter besuchte er jetzt Eschwege.

Itzhak Heilbrunn hatte die Kreisstadt und Deutschland infolge des Nazi-Terrors verlassen und lebt bis heute in Israel. Das Elternhaus, die Synagoge und andere Orte der Vergangenheit standen während des Eschwege-Besuchs der Familie auf dem Programm. 

Itzhak Heilbrunn begegnete gestern in Eschwege auch seinem Cousin Friedrich Körner. Körners Mutter Grete hat das Konzentrationslager überlebt, die gemeinsamen Großeltern Itzhak Heilbrunns und Friedrich Körners, Clara und Ferdinand Heilbrunn, waren 1941 nach Riga deportiert und ein Jahr später ermordet worden.

Bis zur Flucht aus Deutschland lebte die jüdische Familie in Eschwege. Das Haus an der Wallgasse 18 gehörte den Heilbrunns. Itzhak Heilbrunn verließ Deutschland gemeinsam mit seinem Vater Erich. Im späteren Israel fand der Familienzweig ein neues Zuhause.

Der Eschweger Historiker York-Egbert König empfing die Gäste aus dem Nahen Osten gestern in der Kreisstadt. Nach einem Besuch im Stadtarchiv besichtigten Itzhak Heilbrunn und seine Familie die frühere Synagoge auf dem Schulberg. Auf dem Friedhof besuchten die Gäste die Gräber ihrer Ahnen. Das Haus an der Wallgasse stand ebenso auf dem Programm. Darüber hinaus führte die Spurensuche nach Reichensachsen Clara Heilbrunn hieß mit Geburtsnamen Stein und stammt aus dem heutigen Wehretaler Ortsteil.

Auch der jüdische Friedhof in Reichensachsen war eine Station der Reise in die Vergangenheit. Das älteste Grab der Familie Heilbrunn dort stammt aus dem Jahr 1738. Diese Linie der Familie hat ihre Wurzeln in Wichmannshausen.

Die Idee zur Spurensuche in Deutschland hatte Itzhak Heilbrunn, als er für eine private Familienchronik in der Vergangenheit seiner Vorfahren forschte. Dabei stieß er auch auf Eschwege und den Familiensitz in der Kreisstadt. In dem Gebäude an der Wallgasse 18 lebte die Familie Heilbrunn seit 1864.

Itzhak Heilbrunn fand Kontakt zum Eschweger Historiker York-Egbert König, der den Ahnenforscher mit Informationen aus dem Stadtarchiv versorgte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare