Catch und Release

Eschwege: Katzen-Kastrationsaktion des Tierheims war ein Erfolg

Findelkinder: Ernie und Emma wurden in Abterode gefunden. Der Kater und die Katze sind kastriert und warten jetzt auf ein neues Zuhause.
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Findelkinder: Ernie und Emma wurden in Abterode gefunden. Der Kater und die Katze sind kastriert und warten jetzt auf ein neues Zuhause.

Guter Schritt, guter Schnitt: In Eschwege hat das Tierheim bei der Aktion „Catch und Release“ mitgemacht.

Eschwege – 80 Mal sind die Gitterboxen des Tierheims Eschwege zugeschnappt. 80 Katzen wurden eingefangen, kastriert und wieder freigelassen.

Bei der Aktion „Catch und Release“ (einfangen und freilassen), die der Landestierschutzverband Hessen bis vor zwei Wochen mit finanziert hat, hat auch das Eschweger Tierheim mitgemacht (wir berichteten). Zusammen mit Freiwilligen wurden die Katzen eingefangen, der Verband übernahm die Kosten.

„Das war super“, sagt Gudrun Schmidt, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins in Eschwege. Die Tierschützer hätten mit so vielen Helfern nicht gerechnet.

Von März bis Ende Mai hatten die Eschweger Tierschützer dazu aufgerufen, streunende Katzen mit Gitterboxen aus dem Tierheim einzufangen. Die „Wildlinge“ wurden dann von Tierärzten aus dem Landkreis kastriert und wieder in die Freiheit entlassen. Die Aktion schütze die Tiere vor ständiger Trächtigkeit und übertragbaren Krankheiten, so die Begründung der Aktion.

„Das war auch stressig“, sagt Gudrun Schmidt. Aber: „Die Nachfrage unseres und weiterer Tierheime hat dazu geführt, dass die Aktion bis zum 14. Juni verlängert wurde“, erklärt sie.

Die so eingesammelten 38 weiblichen und 42 männlichen Tiere kamen aus den Dörfern rund um Eschwege, aber auch aus dem ganzen Werra-Meißner-Kreis. „Viele Katzen kamen aus Wanfried, Sontra, Waldkappel und Herleshausen“, sagt Gudrun Schmidt. Warum gerade von dort, weiß sie auch nicht.

Hilfe für die Aktion bekamen die Tierschützer von den Gemeinden und vielen Freiwilligen. „Die Leute wissen ja, wo Streuner in ihren Dörfern zu finden sind“, sagt die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Ohne die Leute in den Dörfern hätten wir das nicht leisten können“, erklärt Gudrun Schmidt.

Die Aktion war viel Arbeit: die Streuner aufspüren, einen Käfig im Tierheim abholen, die Katze zum Arzt bringen und wieder freilassen. „Das macht nicht jeder“, sagt die Tierschützerin. Sie weiß, dass die Tierhilfe Zeit kostet. Deshalb sei sie auch so dankbar, dass sich die Menschen im Kreis dafür eingesetzt haben.

So sieht eine Katzenfalle aus: Die Mitarbeiter des Tierheims geben die Käfige an freiwillige Helfer aus.

„Eigentlich kamen aber noch viel mehr Tiere in den letzten Monaten“, sagt Schmidt. Die Katzen, die im Tierheim ankommen und weitervermittelt werden, hat der Tierschutzverein auf eigene Kosten kastrieren lassen und bei der Aktion nicht mitgezählt. „Diese Tiere werden nicht über die Aktion des Landesverbandes abgerechnet“, sagt Schmidt. Trotzdem habe der Verband dem Eschweger Tierheim einige Tausend Euro Kastrationskosten erspart, weiß die Vorsitzende.

Weil die 20 Quarantäneboxen aber nicht ausgereicht hätten, um die über 80 Katzen zu beherbergen, wurden die Wildlinge nach dem Eingriff wieder freigelassen. So war Platz für die Katzen, die im Eschweger Tierheim auf ein neues Zuhause warten.

„Trotzdem wurde es manchmal eng“, sagt Schmidt. Sieben Findelkinder waren trächtig oder hatten gerade Kleine bekommen. „Die Katzenmütter werden später wieder freigelassen, die Kleinen bleiben bei uns“, sagt Gudrun Schmidt. Doch die jungen Katzen bleiben nicht lange: „Im Moment sind fast alle Katzenbabys reserviert“, sagt Schmidt. Mitte Juli können sie ausziehen.

Die Jungen gehen, die Älteren bleiben. „Aber die Ausgewachsenen suchen ja auch ein Zuhause“, macht Schmidt auf die weniger populären Heimbewohner aufmerksam.

Dabei eigneten sich ältere, ruhige Katzen besonders für Menschen die alleine leben oder Senioren, erklärt die Tierschützerin.

Und noch ein ruhiges Katzenpaar wartet darauf, aus dem Zuhause auf Zeit auszuziehen. Die Findelkinder Ernie und Emma sind durch die „Catch-und-Release-Aktion“ des Landesverbandes ins Tierheim Eschwege gekommen. Jetzt warten sie auf ihren letzten Umzug in ein neues Zuhause.

Von Kim Hornickel

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