Personal verzichtet teilweise auf Gehalt 

Verzicht auf zehn Millionen: Klinikum-Personal sicherte beide Häuser und die Arbeitsplätze

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Seit 2006 hat ein Großteil des Personals der Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet.

Seit 2006 hat ein Großteil des Personals der Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet.

Ohne die Bereitschaft dazu hätte das Klinikum Werra-Meißner sehr wahrscheinlich nicht in der Trägerschaftschaft von Landkreis und Stadt Witzenhausen fortbestehen können. In dieser Überzeugung wurde den Mitarbeitern jüngst vom Kreistag gedankt. 

„Das hat uns sehr geholfen“, formulierte es Grünen-Abgeordneter Armin Jung, der schon dabei war, als den Krankenhäusern des Kreises 2007 die Überschuldung drohte. Unter kommunaler Trägerschaft, so Jung, könne man den Bürgern „das beste medizinische Angebot bieten“.

Mitarbeiter verzichteten auf mehrere Millionen 

Mitte diesen Jahres nun lief der Zukunftssicherungsvertrag, dem von 2006 bis 2009 ein Sanierungstarifvertrag vorausgegangen war, in Bezug auf den Gehaltsverzicht aus. Insgesamt verzichteten die Mitarbeiter in diesen gut 13 Jahren auf rund 10,6 Millionen Euro, wie Verwaltungsdirektor Michael Rimbach auf Anfrage errechnet hat. 

Im Gegenzug sicherten die Verträge einen Verzicht auf Kündigungen sowie Aus-, Um- und Neugründungen von Betriebsbereichen zu – das gilt noch bis Ende 2020.

Beim ersten, dem Sanierungstarifvertrag waren rund 800 Angestellte betroffen, beim Zukunftssicherungsvertrag ab 2010 machte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund nicht mehr mit, blieb nur das Pflege- und Verwaltungspersonal im Boot.

Eigenkapital wurde aufgestockt 

Mit dem Verzicht wurde das Eigenkapital der Gesundheits-Holding aufgestockt und so dann die Baumaßnahmen gestemmt, um an beiden Standorten „moderne und leistungsfähige Häuser“ aufbauen zu können, wie Aufsichtsratschef Landrat Stefan Reuß sagt. 

Das „tolle Engagement“ der Mitarbeiter habe „ganz wesentlich dazu beigetragen“, dass man heute noch über zwei Klinikstandorte im Kreis verfüge und damit die stationäre Versorgung sicherstellen könne.

Das sei, würdigen auch Vorsitzender Matthias Vollmer und seine Stellvertreterin Katja Volkmer vom Konzernbetriebsrat, ein „tolles Entgegenkommen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber zur Sicherung der Arbeitsplätze“ gewesen. 

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