"Chance vertan"

Feuerwehr wird kein Thema im Unterricht

Eschwege. Die hessische Landesregierung hat dem Modellversuch, die Feuerwehr als Unterrichtsfach an Schulen einzuführen eine Absage erteilt. Eine Initiative des Landkreises Kassel zielte in diese Richtung. Kreisbrandinspektor Christian Sasse und der Landtagsabgeordnete Dieter Franz bedauern diese Entscheidung.

„Es wurde eine Chance vertan, der Brandschutzerziehung und -aufklärung, die die Kommunen und der Landkreis haben, besser nachzukommen“, sagt Sasse.

Während der Schulzeit sollten junge Menschen eine feuerwehrtechnische Grundausbildung erhalten. Darüber hinaus wird den Schülern ein Erste-Hilfe-Kursus angeboten, der auch für den Führerschein nutzbar wäre. Mit der Initiative sollten nach einer Idee des Landkreises Kassel die Nachwuchsprobleme in den Feuerwehren behoben werden. Die Jugendwehren haben aktuell rund 27 000 Mitglieder. Vor wenigen Jahren lag die Zahl noch bei über 30 000 Mädchen und Jungen. Christian Sasse bestätigt, dass es Nachwuchsprobleme in den Einsatzabteilungen gibt. Es gäbe zwar eine hohe Mitgliederzahl bei den Jugendfeuerwehren, jedoch ist in der Altersklasse der 16- bis 25-Jährigen ein Rückgang zu verzeichnen.

„Die Nachwuchsprobleme gefährden die Sicherheit vor Ort“, sagt Dieter Franz, feuerwehrpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. Der Feuerwehrunterricht wäre seiner Meinung nach ein effektiver Versuch gewesen, der mehr Wirkung gezeigt hätte als teure Werbekampagnen.

In Rheinland-Pfalz wurde der Feuerwehrunterricht bereits in Wahlpflichtfächern angeboten. Für die Nachwuchsgewinnung sei das Projekt ein großer Erfolg gewesen. „Hier werden Tugenden wie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit verinnerlicht“, sagt Franz. Der Kreisfeuerwehrverband Werra-Meißner hat indes eine Arbeitsgruppe „Zukunft Feuerwehr“ gegründet, die die Nachwuchsprobleme lösen soll. Von Tobias Stück

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