50 Betriebe aus der Region dabei

Pizza oder neues Herz: Netzwerk Niwe informiert über innovative Drei-D-Drucktechnik

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Faszinierende Technik: Auf Einladung des Unternehmensnetzwerkes Niwe wurde in den Räumen der Firma Grein in Eschwege die Drei-D-Druck-Technik plastisch vorgestellt.

Über die innovative Drei-D-Drucktechnik informiert hat nun das Eschweger Unternehmensnetzwerk Niwe.

In Südafrika wurde gerade ein Mittelohr ausgedruckt und einem Patienten transplantiert, in Israel tüfteln Forscher und Ingenieure mit Erfolg daran, ein menschliches voll funktionsfähiges Herz zu drucken, und die europäische Raumfahrtbehörde (Esa) plant den Bau einer Mondbasis, die sie auf der Mondoberfläche einfach ausdrucken will. Als Tinte soll Mondgestein dienen. Das Zauberwort zu diesen immer noch eher unglaublich klingenden Herstellungen heißt Drei-D-Drucken.

Dreidimensional druckbar ist heute fast alles

Aber es geht auch einfacher: Dreidimensional druckbar ist heute fast alles – angefangen von Pizza über Fleischersatzprodukte bis hin zu Zahnersätzen, Prothesen und Ersatzteilen im Maschinen- und Fahrzeugbau. Vor allem die beiden großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing drucken Flugzeugteile wie Landeklappen und Türscharniere bereits standardmäßig.

„Beim Drei-D-Druck haben wir es mit einem Produktionsverfahren zu tun, das uns in den nächsten Jahrzehnten begleiten wird und eine große Rolle beim Bau von Prototypen und Ersatzteilen einnehmen wird“, sagte Daniel Kerlin von der Firma Fabmaker, einer Ausgründung der TU Braunschweig. Er war auf Einladung des Eschweger Unternehmensnetzwerkes Niwe gekommen und stellte den rund 50 anwesenden Betrieben aus der Region die hoch spannende Technologie vor.

Erklärt die Technik: Daniel Kerlin von Fabmaker.

Während seines Vortrages arbeitete gut sichtbar der Drei-D-Drucker von der Größe eines haushaltsüblichen Backofens im Raum– das einzige wahrzunehmende Geräusch: seine Lüftung. Mit gespannten Interesse verfolgten die Gäste die Erklärungen von Kerlin, einem 29-jährigen Wirtschaftsingenieur. „Fast jedes Material vom Kunststoff über Metall bis hin zur Schokolade eignet sich für den Drei-D-Druck. Der Größe sind keine Grenzen gesetzt, Voraussetzung sei lediglich, dass der Drucker groß genug sei, und zeigt als Beispiel, wie innerhalb von 24 Stunden ein tatsächlich bewohnbares Haus mit Küche und Bad aus Betontinte gedruckt wurde.

Konstruktive Planung eines Stückes

Entscheidend für die Fertigung per Drei-D-Druck sei vor allem der Vorlauf, nämlich die konstruktive Planung eines Stückes, sodass der Drucker den Code versteht und umsetzt.

Mit leisem Pusten arbeitet der Drei-D-Drucker und stellt ein ineinander verschlungenes Kunststoffteil her.

Wolfgang Conrad, Gründer des Niwe-Netzwerkes kündigte an, dass ein Drei-D-Druck-Netzwerk in der Region gegründet werden soll. „Fakt ist, dass wir bei dieser Technologie fast alle auf dem gleichen Level starten“, sagte Conrad. Bereits jedes dritte Unternehmen in Deutschland verwende Drei-D-Drucker. Bei der Eschweger Firma Präwema steht ein Schulungsdrucker, der künftig nicht nur Auszubildenden, sondern auch den Schulen angeboten werden soll.

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