Bewährungsstrafe für Kuss und Grapscherei beim Open Flair

Eschwege. Ein 21-jähriger Mann aus Syrien hat sich beim Open Flair 2016 in Eschwege auf eine junge Frau gelegt, sie gegen ihren Willen geküsst - auch mit Zunge - und ihr von hinten in die Hose gegrapscht. Das sah Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter nach der Beweisaufnahme vor dem Schöffengericht gestern als erwiesen an und verurteilte ihn wegen der sexuellen Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten - ausgesetzt zur Bewährung für die Dauer von drei Jahren.

Von den 14 Monaten abgezogen werden, sollte es wegen Straftaten in der Zukunft zu einer Vollstreckung kommen, die fünf Monate Untersuchungshaft seit jenem Abend. Zugunsten des Angeklagten hat laut Wachter unter anderem gesprochen, dass er nachweislich unter Alkoholeinfluss stand (etwa ein Promille), und die vergleichsweise geringe Intensität der Nötigung.

Zweifelsfrei festgestellt werden konnte der Tathergang nach Ansicht des Richters durch die glaubhaften Zeugenaussagen des Opfers, eine damals 27-Jährige aus Norddeutschland, und ihrer gleichaltrigen Freundin. Diese hätten sich auf dem Weg zu einem Konzert an der Seebühne auf eine Wiese nahe des Festivalgeländes gelegt. Dort sei dann eine Gruppe Männer auf sie zugekommen. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht. Plötzlich lag jemand mit seinem ganzen Gewicht auf mir drauf. Er hat versucht, mir die Zunge in den Hals zu stecken und mir von hinten in die Hose gefasst“, berichtete die Geschädigte.

Sie habe sich nicht wehren können und stattdessen nach ihrer Freundin geschrien. Diese eilte dann, nachdem sie selbst einen Angreifer weggeschubst hatte, der sie küssen wollte, zu Hilfe und schaffte es, den Angeklagten, damals wohnhaft in Frieda, mit Treten und Schubsen zu vertreiben. Danach wollte sie den Täter, der sich an nichts erinnert, zur Rede stellen. Dieser habe aber offenbar kein Wort Deutsch verstanden.

Den kompletten Bericht zu dem Prozess lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der Werra-Rundschau.

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