Von Eschwege überzeugt

Dr. Samer Said ist der neue Gastroenterologe im Eschweger Krankenhaus

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Voller Tatendrang: Dr. Samer Said ist seit vier Monaten Chefarzt der Gastroenterologie in Eschwege.

Vor knapp 20 Jahren war Dr. Samer Said bereits schon einmal in Eschwege. Jetzt ist zurück in seiner ersten Arbeitsstelle. 

Damals hatte er gerade sein Studium in Bulgarien beendet und kam für seine Promotion und eine gute Weiterbildung nach Deutschland.

„Seinerzeit konnte ich natürlich nicht ahnen, dass ich hier einmal leben und arbeiten würde. Aber als sich mir nun die Chance bot, nach Eschwege zu gehen, kam mir gleich wieder diese eine Übernachtung, die übrigens meine allererste in Deutschland überhaupt war, wieder in den Sinn“, erinnert sich Dr. Samer Said. 

Ein paar Jahre zuvor hatte er seine Heimat Syrien für ein Medizinstudium in Bulgarien verlassen und stellte sich nun mit der Promotion in Deutschland der nächsten sprachlichen und kulturellen Herausforderung. „Ich bin mir sicher, dass man mehr als eine Heimat haben kann. Mittlerweile lebe ich länger in Deutschland als in jedem anderen Land. 

Auf viele der hier gelebten Grundsätze wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lege ich ebenso Wert und die Sprache ist ein Teil von mir geworden.“ Auf die Frage, wie viele Sprachen er denn spricht, muss Dr. Said kurz überlegen und gibt dann lächelnd an, dass es wohl fließend so in etwa fünf sind. Sprachen gehören nun mal zu seinen Leidenschaften, genauso wie die Medizin. 

Den Menschen als Ganzes sehen

Als Chefarzt für Gastroenterologie leitet er ein großes Team aus Ärzten und Pflegekräften, mit denen er gemeinsam die bestmögliche Versorgung für die Patienten gewährleisten möchte: „Kein Patient soll lange Wege auf sich nehmen müssen. Wir haben hier eine gute Position, in der wir uns konkurrenzlos aufstellen können und von einer umfangreichen Krebsbehandlung bis hin zur Aufnahme von Notfällen alles leisten können.“ 

Klar, müssten auch mal Fälle in das benachbarte Uniklinikum nach Göttingen überwiesen werden, fügt Dr. Said an, aber das nur in besonderen Ausnahmefällen. Bei der Behandlung ist ihm grundsätzlich ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. „Ich betrachte den Menschen als Ganzes, nicht einzelne Teile des Köpers oder einzelne Beschwerden. Ist beispielsweise der Darm erkrankt, kann das vielfältige Ursachen haben, deren Quelle oft ganz woanders als im Magen-Darm-Trakt liegt.“

Junge Mediziner begeistern

Im Klinikum ist er als Chefarzt auf Station Vier für Gastroenterologie anzutreffen und hier hat er noch eine Menge vor: Zum einen möchte er neue Behandlungsmethoden einführen und vorhandene weiter ausbauen und zum anderen ist ihm die Ausbildung junger Mediziner besonders wichtig; denn und davon ist er überzeugt, junge Ärzte ziehen auch in die Provinz, wenn man ihnen dort eine gute Ausbildung bietet, und man sie für die Arbeit und das Team begeistern kann. 

Zwei seiner früheren Kollegen sind ihm bereits gefolgt, er hofft auf weitere. Für Eschwege kann er jedenfalls bedenkenlos werben „Ich bin hier angekommen. Der Kreis ist nicht nur landschaftlich schön, die Menschen hier gefallen mir auch sehr gut. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und Eschwege hat mich überzeugt.“ 

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