Notunterkunft des Eschweger Tierheims platzt aus allen Nähten

Mit ganzem Herzen dabei: Tierpflegerin Bianka Eismann kuschelt mit den geretteten Mischlingswelpen. Die jungen Hunde konnten aus der Tiertötung in Rumänien befreit und nach Deutschland gebracht werden. Foto: Kim Hornickel

Das Tierheim in Eschwege ist überbelegt. 

Große Augen lugen neugierig hinter kleinen Holzhütten hervor, und alle Öhrchen drehen sich aufgeregt in jede Richtung. Wenn Eschweges Tierheimsleiterin Gabriele Kästner die Flure des Katzenhauses entlang eilt und Streicheleinheiten verteilt, kommen die jungen Kätzchen sofort angelaufen.

Viel Zeit zum Spielen bleibt Gabriele Kästner aber nicht: Die Leiterin und ihr Team kümmern sich um insgesamt 82 Tiere, und dabei gibt es einige Pflegefälle, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Auf der Quarantäne-Station wartet schon ein solcher Notfall auf Kästner. Ein kleines geflecktes Kätzchen wurde abgegeben. „Die Kleine liegt mir besonders am Herzen“, erzählt Kästner. 

Durch eine Beinverletzung ist der Neuzugang in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. „Das macht die Vermittlung oft besonders schwierig“, erzählt die Leiterin. Kranke, alte oder verhaltenssauffällige Tiere fänden nur schwer ein neues Zuhause, bedauert sie. Aber gerade für die, die keiner will, hat Tierpflegerin Bianka Eismann ein Herz. Die Mitarbeiterin des Tierheims kümmert sich schon seit 18 Jahren um Hunde, Katzen, Vögel und Kaninchen. Kurios: Dabei sind aggressive Katzen ihre Lieblinge geworden. 

Eismann nimmt sich genau diesen schwierigen Fällen an. Ihr Rezept gegen Argwohn und Aggressivität sind Liebe und Respekt. „Ich will die Katze einfach wieder Katze sein lassen“, erzählt die Tierretterin voller Elan.

Schnelle Vermittlung

Ein liebevolles Zuhause wie bei Bianka Eismann wünscht sich Leiterin Gabriele Kästner für alle ihre Tiere. „Teilweise gelingt die Vermittlung sehr schnell“, sagt Kästner. Das sei besonders bei den Hundewelpen im Tierheim Eschwege kein Problem. Jeder der quirligen Junghunde ist bereits adoptiert; ihnen steht ein besseres Leben bevor. Denn trotz ihres jungen Alters haben die kleinen Vierbeiner schon einiges erlebt. 

Nur knapp entkamen die Welpen der grausamen Tötung in Rumänien. Dort, wo die Hunde nicht in das Straßenbild passen, werden sie eingepfercht und umgebracht. Hilfsorganisationen vor Ort versuchen, so viele Hunde wie möglich zu retten und diese an andere Tierheime zu vermitteln.

„Wir haben in diesem Sommer eine ganze Flut Welpen aus Rumänien aufgenommen“, berichtet Gabriele Kästner. Dazu kämen die unzähligen Neuzugänge, denn gerade im Sommer würden viele ihre Haustiere aussetzten, um dann unbeschwert in den Urlaub fahren zu können. „Es ist schon vorgekommen, dass Leute die eigenen Haustiere als angebliche Fundtiere abgeben“, erzählt Gabriele Kästner und schüttelt den Kopf. 

Zu Besuch im Eschweger Tierheim

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