Nach der Kommunalwahl

Eschweges Parlamentschef: CDU und SPD melden Anspruch an

Eschwege. In Eschwege wollen mit der CDU und der SPD zwei Fraktionen den neuen Stadtverordnetenvorsteher stellen. „Es ist guter Brauch, dass die stärkste Fraktion den Stadtverordnetenvorsteher stellt“, argumentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Schneider.

„Karl Montag hat nach Bürgermeister Alexander Heppe die meisten Stimmen bekommen“, plädiert SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag dafür, dass der SPD-Amtsinhaber auch in Zukunft an der Spitze der Stadtverordnetenversammlung steht. Anders als die Sozialdemokraten hat sich die CDU personell noch nicht festgelegt bei der Besetzung des höchsten politischen Amtes in der Kreisstadt. „Wir haben eine gute Handvoll Kandidaten, die das könnten“, sagt Schneider, der selbst wieder Fraktionsvorsitzender werden möchte. 

Die Fraktion werde sich am kommenden Montag konstituieren und dann auch über personelle Fragen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen reden. Das Ergebnis bewerten und Handlungsoptionen prüfen wolle die SPD während einer Sitzung des Ortsverbandes, berichtet Feiertag. „Wir sind nicht mehr stärkste Fraktion, haben aber durchaus noch Ideen“, so Feiertag. „Es könnte spannend werden, alles ist durcheinander gewürfelt“, kommentiert Lothar Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) das Wahlergebnis vom Sonntag, „mal sehen, wer sich mit wem in welche Koalitionen begibt.“ 

Manfred Lister, künftiger Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung, gibt sich offen für Gespräche: „Wenn es Angebote gibt, werden wir sie uns anhören.“ Der Ortsverband werde das Wahlergebnis am Donnerstag analysieren. Bernhard Gassmann (Die Linke) hat das für sich schon getan: „Erschreckend, die gewonnen haben, sind die, von denen ich erwarte, dass sie die Stadt am wenigsten voran bringen.“ Es werde mehr Stillstand geben.

Softwarefehler verursacht falsche Zahlen

Ein Softwarefehler im Rechenzentrum hat dazu geführt, dass die Kreisstadt Eschwege am Montag zunächst Wahlergebnisse mitgeteilt hat, die nicht korrekt waren. Die CDU bekam 39,79 Prozent der Stimmen. Zunächst übermittelt worden waren 36,59 Prozent. Die SPD kommt auf 36,41 statt der gemeldeten 33,17 Prozent. Die weiteren Stimmanteile: Bündnis 90/Die Grünen: 5,30; Die Linke: 5,57; FDP: 5,99; FWG: 6,95. An der Sitzverteilung ändert sich nichts. CDU: 15; SPD: 13; Bündnis 90/Die Grünen: 2; Die Linke: 2; FDP: 2; FWG: 3. Ein Formelfehler in der Software, die die ausgezählten Stimmen zur grafischen Präsentation darstellt, hatte bereits am Sonntagabend zu falschen Trendmeldungen bei den Ergebnissen zur Eschweger Stadtverordnetenversammlung geführt, die auch so auf der Homepage der Kreisstadt dargestellt waren. Der Fehler führte dazu, dass die Ergebnisse der beiden großen Parteien deutlich über dem tatsächlichen Wert lagen, die der kleinen klar darunter.

Rubriklistenbild: © dpa

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