Gefeit vor Schuss-, Stich- und Schlagwaffen

Stadt Eschwege rüstet Ordnungspolizisten mit Schutzwesten aus

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Geschützt: In der Kreisstadt Eschwege gehen die Ordnungspolizisten mit Schutzwesten auf Streife. Die Protektoren kompensieren Angriffe mit Schuss-, Stich- und Schlagwaffen. 

Eschwege – In Eschwege trägt die Ordnungspolizei jetzt Schutzwesten. Sie wurde damit ausgerüstet, um gegen Attacken mit Schuss-, Stich- und Schlagwaffen gefeit zu sein.

„Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass die Ordnungspolizisten zunehmend angegangen werden“, sagt Patrick Reiß, Leiter der städtischen Ordnungsbehörde.

Die Mitarbeiter würden angepöbelt und bespuckt. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Leute nicht noch mehr attackiert werden“, sagt Reiß. Zu kritischen Situationen komme es schon mal bei Kontrollen in den Parkanlagen; gerade wenn Alkohol oder Drogen im Spiel seien. „Die Menschen sind dann weniger berechenbar“, sagte ein Ordnungspolizist, der namentlich nicht genannt werden möchte. 

Westen nach Rücksprache mit Land angeschafft

Die Stadt habe nach Rücksprache mit der Landespolizei die Schutzwesten angeschafft. Das sei auch angesichts neuer Aufgaben angezeigt. Baustelleninspektionen und Bordellkontrollen beispielsweise gehören inzwischen zu den Aufgaben der städtischen Ordnungshüter.

Zwischen 400 und 600 Euro kosten die individuell angepassten Protektoren pro Stück. Und die Ordnungspolizisten sind verpflichtet, sie zu tragen, sobald sie in der Öffentlichkeit arbeiten.

Gerade beim Autofahren ist die auftragende Weste gewöhnungsbedürftig. Sie wiegt ungefähr zwei Kilogramm. Und Erfahrungen bei hochsommerlichen Temperaturen stehen noch aus. „Man muss sich überlegen, ob man lieber Gefahr laufen möchte, verletzt zu werden, oder auf ein bisschen Komfort verzichtet“, so eine Trägerin.

Rund 80 Prozent der Ordnungsämter haben nach Angaben Reiß’ ihre Außendienstmitarbeiter schon mit Schutzwesten ausgerüstet.

Ordnungspolizei mit vielen Aufgaben

Die Aufgaben der Ordnungspolizisten gehen weit über das Schreiben von Knöllchen für Falschparker hinaus. Die Männer und Frauen greifen inzwischen auch in den fließenden Verkehr ein. 

Ermittlungstätigkeiten unterschiedlichster Art gehören zum Auftrag. Das führt zu Hausbesuchen – immer mit der Ungewissheit, was auf der anderen Seite der Wohnungstür auf die Männer und Frauen vom Ordnungsamt wartet. Baustellen müssen inspiziert werden, nach dem Prostituiertenschutzgesetz gehören Kontrollen von Bordellen und ähnlichen Etablissements zu den Aufgaben, ebenso die Inspektion der städtischen Notunterkünfte, in denen Obdachlose untergebracht sind. 

Auch der Erstkontakt mit psychisch auffälligen Menschen gehört zum Tagesgeschäft.

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