Ein eigener Radiosender für den Kreis

Rundfunk Meißner feiert 20-jähriges Bestehen mit Tag der offenen Tür

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Vor 20 Jahren hat der Werra-Meißner-Kreis einen eigenen Radiosender bekommen: Rundfunk Meißner (RFM)

Eschwege. Vor 20 Jahren hat der Werra-Meißner-Kreis einen eigenen Radiosender bekommen: Rundfunk Meißner (RFM) startete aufgrund einer Idee des Open Flairs heraus mit elf Sendestunden am Tag.

Seitdem wurde das Programm auf dem freien Kanal beständig ausgeweitet, zu hören ist es jetzt 24 Stunden an sieben Tagen. Gefeiert wird das heute mit einem Tag der offenen Tür in den Räumlichkeiten des E-Werks.

Vor 20 Jahren hat der Werra-Meißner-Kreis einen eigenen Radiosender bekommen: Rundfunk Meißner (RFM)

Die Macht der Medien – dieses Thema hatte vor 20 Jahren das Festival Open Flair, als es noch viel kleiner war und noch unter einem Motto stand. Angeboten wurde da natürlich auch eine Radiosendung – die so gut ankam, dass ein eigener Sender für den Kreis etabliert werden sollte. Schnell fanden sich genügend Leute zusammen, die mithilfe des Regionalnetzes (der Vorgänger vom Verein für Regionalentwicklung) den Rundfunk Meißner ins Leben riefen, der im ganzen Kreis zu hören ist. „Und jetzt gibt es uns tatsächlich schon seit 20 Jahren“, sagt Martin Müller, Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Vereins. Was ihn besonders freut: Dass das Konzept damals wie heute das gleiche ist. „Jeder, der möchte, kann hier Radio machen“, sagt er, „es gibt zum Beispiel keine Vorgaben, dass nach einer gewissen Minutenzahl wieder Musik laufen muss.“ 

Und ob man nun zweimal in der Woche oder nur einmal im Monat kommen möchte: Wer Lust hat, mit einer eigenen Sendung on air zu gehen, kann das beim RFM machen. „Wir finden immer und für jeden einen Sendeplatz“, betont auch Geschäftsführerin Stefanie Müller, die vor knapp vier Jahren zum Sender gestoßen ist und sich dort vor allem um die journalistischen Aspekte kümmert. Alle zwei Wochen bietet sie den ehrenamtlichen Moderatoren zum Beispiel eine Radio-Werkstatt an, in der es zum Beispiel um die Interviewführung geht, das Sprachtraining oder auch das Medienrecht. Aufgenommen werden kann die Sendung von den insgesamt 80 ehrenamtlich tätigen Moderatoren dann entweder von zu Hause aus oder im Studio, das im E-Werk beheimatet ist: „Der Jüngste in unserem Team ist 14, der Älteste Mitte 70.“ Rock- und Popsendungen finden sich deshalb ebenso wie historische Programmpunkte, Nachrichten aus der Region und ein Waldkalender. „Auch Vereine können bei uns gerne aktiv werden“, zählt Stefanie Müller die ganze Bandbreite der Möglichkeiten auf. Was sie und ihr Mann besonders toll finden: dass der Fokus bei RFM auf den Moderatoren und nicht so sehr auf der Hörerzahl liegt, die mit 4000 am Tag trotzdem nicht zu verachten sei: „Hier kann sich jeder verwirklichen“. Was nicht im Portfolio inbegriffen ist: die Reparatur von Radios. „Manche Menschen verwechseln das leider und rufen dennoch hier an“, erzählt Müller amüsiert, „das können wir aber nicht leisten.“ Auch wenn die Technik natürlich keine unbedeutende Rolle spielt: Auch im Radio habe die Digitalisierung natürlich Einzug gehalten. Tonkassetten sind so weitestgehend durch Audio-Dateien ersetzt worden, die sich per Knopfdruck sogar vom Zuhause der Müllers an den richtigen Sendeplatz schieben lassen. Und soll ein Ereignis wie zum Beispiel kürzlich die Bürgermeisterwahl in Witzenhausen live übertragen werden, braucht es auch die richtige Ausstattung.

Finanziert wird der Sender von der Landesmedienanstalt mit 76 000 Euro im Jahr. Denn der RFM sieht sich auch in der Verantwortung, jungen Menschen etwas in Sachen Medienkompetenz beizubringen: „An zwei Schulen bieten wir Radio als Unterrichtsfach an, haben zudem immer wieder Praktikanten“, erzählt Müller. Beigebracht werde den Schülern zum Beispiel, dass Radio nicht nur Sprechen ist: „Die Technik ist ebenso wichtig.“

Das Proramm

Ab 10 Uhr wird der Tag der offenen Tür beim Rundfunk Meißner live im Radio übertragen. Dabei können die Besucher nicht nur mit den Moderatoren vor Ort ins Gespräch kommen, sondern auch mal selbst zum Mikrofon greifen und live auf Sendung gehen. Vor dem E-Werk steht das Spielmobil der Awo bereit, zudem sind die Freiwillige Feuerwehr Eschwege und das Kanurado vor Ort und auch ein Kistenklettern des Kletterwaldes Leuchtberg wird angeboten. Für das leibliche Wohl sorgt das Gasthaus zur Krone. Live dabei sein wird auch der Singer und Songwriter Markus Zosel. Ab 21 Uhr findet dann eine große Party im E-Werk statt: DJ Rockstroh wird ebenso auftreten wie die DJs Sun Vegas, KaiRo, Alec Taylor und MCee. Ebenfalls als Gast eingeladen wurde der Künstler Prince Amaho, der seine neue Single Wake Up vorstellen wird. 

Die Frequenzen

Weil der Rundfunk Meißner keine anderen Frequenzen stören darf, ist er im Kreis auf unterschiedlichen zu hören. Rund um Eschwege ist er unter 99,7 zu hören, bei Sontra unter 99,4, bei Hessisch Lichtenau unter 102,6 und rund um Witzenhausen unter 96,5. Dort soll neben dem in Eschwege bald ein zweites Studio entstehen: So können auch dort Schulen bei Interesse ein Radioprojekt starten, zudem wird so den dortigen Ehrenamtlichen die Möglichkeit gegeben, ihre Arbeit nicht mehr von zu Hause aus machen zu müssen. Einziehen wird RFM mit seinem Studio in das Dachgeschoss der Volkshochschule. (cow)

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