„Kein Aufschub vom Aufschub“

FWG: Eschwege soll Resolution gegen von K+S geplante Salzeinleitung verabschieden

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Die Werra fließt nahe dem Kali-Abraumberg Monte Kali am Werk Werra, Standort Wintershall, im osthessischen Heringen vorbei. 

Als direkter Anrainer der Werra soll sich die Stadt Eschwege gegen eine weitere von K+S beantragte Erhöhung der Salzeinleitung in die Werra aussprechen.

Eine entsprechende Resolution hat die FWG-Fraktion in die Eschweger Stadtverordnetenversammlung eingebracht, die kommende Woche darüber entscheiden soll. „Eine Erhöhung der Salzmengen, die in die Werra eingeleitet werden dürfen, ist für die Kreisstadt Eschwege unakzeptabel“, so der Fraktionsvorsitzende Andreas Hölzel. „Einen erneuten Aufschub vom Aufschub können wir als Werra-Anrainer nicht akzeptieren.“ In den letzten Jahren sei hart darum gerungen worden, Lösungen zu finden, deshalb dürfe man auf keinen Fall bei den Bemühungen nachlassen, die Werte wie geplant zu senken.

Mit Nachdruck Alternativen prüfen

Es gelte für K+S vielmehr, mit Nachdruck die Alternativen, zum Beispiel des Einstapelns, zu prüfen, statt über höhere Salzbelastungen von Werra und Weser nachzudenken.

Der Kasseler Kaliproduzent K+S hatte beim Regierungspräsidium Kassel (RP) beantragt, nicht an der ab 2021 vereinbarten Absenkung der Salz-Grenzwerte für Werra und Weser festzuhalten. „Wir würden erhebliche wirtschaftliche Probleme bekommen, wenn wir das so umsetzen müssten“, sagte ein Unternehmenssprecher im April in Kassel.

2019 Einleiterlaubnis beim RP beantragt

Daher hatte das Unternehmen bereits 2019 eine Einleiterlaubnis beim RP beantragt, die zwar eine schrittweise Reduzierung der Werte vorsieht, aber höhere Zielwerte, als die Bundesländer entlang der Flüsse Werra und Weser vereinbart hatten.

Wie das Regierungspräsidium auf Anfrage der WR mitteilte, stehe die Öffentlichkeitsbeteiligung beziehungsweise Auslegung der Unterlagen im Internet und in den Kommunen entlang von Werra und Weser unmittelbar bevor. Einzusehen ist das Material ab dem kommenden Donnerstag, 4. Juni, bis zum Freitag, 3. Juli, und wird über die Amtlichen Bekanntmachungen publik gemacht. Nach der Frist ist bis zum 3. August dieses Jahres Gelegenheit für die Betroffenen, die Einwendungen zu formulieren und an das RP zu schicken. Nach Auswertung der Einwendungen wird es einen Erörterungstermin geben. „Wie es danach weitergeht, hängt von den Einwendungen ab“, so der Sprecher des RPs, Michael Conrad.

K+S beantragt daher höhere Werte für die Werra

Die Produktionsmenge von K+S im hessisch-thüringischen Kalirevier hängt maßgeblich von der Möglichkeit ab, Salzabwässer zu entsorgen. Zudem soll eine andere umstrittene Entsorgungsmethode, das Versenken in höhere Bodenschichten, im kommenden Jahr enden. K+S beantragt daher höhere Werte für die Werra, die in die Weser mündet: Ab 2022 soll beispielsweise der Zielwert im Fluss nahe der thüringischen Gemeinde Gerstungen bei 2100 Milligramm Chlorid pro Liter Wasser liegen statt bei 1580.

Gehofft wird von Unternehmen und Politik eigentlich auf einen anderen Entsorgungsweg: Das Einleiten von Abwässern in alte Gruben. Aber das gehe nicht so schnell und nicht in den erforderlichen Mengen, erklärte K+S. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte im vergangenen Jahr eine entsprechende Forderung von K+S-Chef Burkhard Lohr zurückgewiesen.

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