Kreis-FWG hatte Reduzierung nach Ölpreisverfall gefordert

Eschwege: Stadtwerke kündigen Gaspreissenkung an

Eschwege. Die Stadtwerke Eschwege kündigen für kommendes Jahr die Senkung der Gaspreise an. Gegenwärtig verhandelt das Unternehmen neue Verträge mit Lieferanten.

„Die Gespräche sind sehr vielversprechend, wir rechnen damit, ab 2017 günstigere Preise anbieten zu können“, sagt Markus Lecke, Geschäftsführer des Energieversorgungsunternehmens. In einem Schreiben an die heimischen Gaslieferanten im Werra-Meißner-Kreis hatte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) gefordert „unverzüglich die Gaspreise zu senken“. „Seit über einem Jahr stellen wir einen drastischen Ölpreisverfall fest“, sagt Andreas Hölzel, Sprecher der FWG-Kreistagsfraktion, „die Preissenkung für Gas ist längst überfällig.“ In dem Brief an die Stadtwerke Eschwege, an Eon und das Gaswerk Bad Sooden-Allendorf heißt es unter anderem: „Es sollte Ihnen sogar möglich sein, die Preisreduzierung für den Gasbezug rückwirkend bereits für das Jahr 2015 zu ermöglichen.“

Schon seit Anfang des Jahres zahlen die Kunden des Gaswerks Bad Sooden-Allendorf weniger für Erdgas. „Wir haben die Preise zum 1. Januar um 0,4 Cent pro Kilowattstunde gesenkt“, erklärt Bürgermeister Frank Hix, der auch Geschäftsführer des städtischen Energieversorgers ist. „Wir konnten günstiger einkaufen und geben die niedrigeren Preise an die Kunden weiter“, sagt er. Lieferverträge würden langfristig abgeschlossen, erklärt Markus Lecke. „Das garantiert unseren Kunden dauerhaft günstige Konditionen, auch wenn aktuell der Gaspreis über dem für Heizöl liegt.“

Die Koppelung an den Ölpreis, so Lecke, gebe es schon seit Jahren nicht mehr. Eon-Sprecher Maximilian Heiler verweist darauf, dass sich Erdgaspreise am Markt und im Wettbewerb mit rund 800 Anbietern bilden. Die Beschaffung erfolge über die Börse. Und: „Der Preis für Erdgas liegt bei Eon unter dem Niveau des Jahres 2008.“

Langfristige Lieferverträge

Eine Koppelung des Gaspreises an den Öltarif gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr. Die Versorgungsunternehmen vereinbaren mit ihren Lieferanten oft langfristige Verträge, um das Risiko von Kostenspitzen bei kurzfristigen Weltmarktschwankungen zu reduzieren. Der Preis für Erdgas setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Die Beschaffungskosten sind neben Netzentgelten, Konzessionsabgabe sowie staatlichen Steuern und Abgaben nur ein Teil davon. Gestiegene Netzentgelte seien, so Frank Hix, Geschäftsführer des Gaswerks Bad Sooden-Allendorf, ein Grund dafür, dass der Gaspreis nicht deutlicher gesenkt werden kann.

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