Heute um 10 Uhr werden Ehrenamtliche in der Marktkirche geehrt

Der 39-jährige Stefan Schneider spielt seit 25 Jahren im Gottesdienst die Orgel

Im Zeitraffer: Stefan Schneider heute an der Orgel (großes Foto) und während seiner Anfänge Ende der 1980er-Jahre (kleines Foto). Schneider hat schon in allen Kirchen im Kreis gespielt – am liebsten aber in „seiner“ Marktkirche. Foto: privat

Eschwege. Stefan Schneider ist 39 Jahre alt, spielt aber schon seit 25 Jahren die Orgel in Gottesdiensten. Eine besondere Geschichte in Stichworten.

Die ersten Versuche ...

wurden von seinem Klavierlehrer, Bezirkskantor Siegfried Neuber, mit zehn Jahren unterstützt. Die Begeisterung bei Stefan Schneider war sofort geweckt – „auch wenn die Beine für das Pedal noch recht kurz waren“.

Den ersten öffentlichen Auftritt ...

spielte Schneider bei Großcousine Ina und ihrem Mann Rolf. Das Lampenfieber sei schier unendlich gewesen, das Ergebnis aber ganz zufriedenstellend. „Jedenfalls meckerte keiner und die Ehe hält bis heute“.

Die Gottesdienste ...

mag Schneider besonders. Mindestens an jedem Sonntag spielt er einen. „Ich wollte eigentlich kürzertreten, aber wir Organisten haben Nachwuchsprobleme.“ Sein persönlicher Rekord waren zu Studentenzeiten einmal zehn Gottesdienste an einem Wochenende.

Die schönsten Anlässe ...

sind für ihn Hochzeiten und Taufen für und mit Freunden zu spielen. „Aber auch am Heilig Abend das „O Du Fröhliche“ in der vollen Kirche zu intonieren, bereitet mir in jedem Jahr erneut Gänsehaut.“

Einprägsamstes Erlebnis ...

war eine Hochzeit in Indien. Ein guter Freund heiratete dort und Schneider spielte die Orgel. „Der Gottesdienst fing zwei Stunden später als geplant an. Beteiligt waren sieben Pfarrer und einen klaren Ablauf gab es nicht. Dann lief aber doch alles glatt und es war einfach nur großartig und bestimmt das einprägsamste Erlebnis an der Orgel.“

Trauerspiele ...

mag er nicht. Stefan Schneider hatte sich vorgenommen, nie Beerdigungen von Freunden oder deren Eltern zu spielen. „Als die erste Anfrage kam, wusste ich, dass ich nicht Nein sagen kann.“ Man müsse dann versuchen, professionell zu bleiben, auch wenn es ganz schwerfalle.

Jubelchöre ...

als die Handys noch neu waren, habe ab und an mal eines im Gottesdienst geklingelt, erinnert sich Stefan Schneider. So auch, als ein Pfarrer gerade die Arme zum Segen erhoben hatte. „Sichtlich erzürnt brach er die Handlung ab und fand deutliche Worte über die Störung in Richtung Gemeinde. Doch das Klingeln hielt an – es war das Handy des Pfarrers.“

 • Am heutigen Sonntag um zehn Uhr findet in der Marktkirche ein Gottesdienst für Ehrenamtliche statt, in dem auch Stefan Schneider geehrt wird.

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