Viele Heilberufe betroffen

Das Therapiezentrum Wolf in Eschwege trotzt dem Mangel an Logopäden und in Heilberufen

Wird das Team des Therapiezentrums Wolf ab Februar verstärken: Logopädin Katarina Jacob. Dann können wieder neue Patienten aufgenommen werden.
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Wird das Team des Therapiezentrums Wolf ab Februar verstärken: Logopädin Katarina Jacob. Dann können wieder neue Patienten aufgenommen werden.

Logopädie wird zu einem Mangelberuf: Offene Stellen bleiben unbesetzt; Patienten, die dringend einer Behandlung bedürfen, müssen sich schlimmstenfalls auf lange Wartelisten setzen lassen.

Wie wichtig die Sprache ist, bedarf wenig erklärender Worte. Sprache ist essenziell in der menschlichen Kommunikation, unabkömmlich im Alltag. Wem aber die Sprache fehlt, dem helfen Logopäden: hervorragend ausgebildete Fachleute, erste Ansprechpartner im Heilungsprozess von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, Anlaufstellen beispielsweise auch für Senioren nach einem Schlaganfall oder bei neurologisch bedingten Kommunikationsstörungen.

„Der Fachkräftemangel macht sich in der Region deutlich bemerkbar“, sagt Ivonne Bechthum, leitende Logopädin des Therapiezentrums Wolf. Auch andere Heilberufe – Physio- und Ergotherapeuten etwa – seien betroffen. Die Nachfrage nach ihren Fähigkeiten ist groß, das Angebot aber oftmals zu gering.

„In der Vergangenheit hatten auch wir kaum noch Kapazitäten für Neuaufnahmen frei“, berichtet Ivonne Bechthum – lediglich Akut- wie beispielsweise Schlaganfallpatienten hätten überhaupt noch aufgenommen werden können. „Aber das Gros der Patienten hat mittelfristig keinen Therapieplatz in der Region bekommen“, sagt die Logopädin.

Besonders leidvoll zum Tragen sei der Mangel bei Hilfe suchenden Kindern, oft im Vorschulalter, gekommen. Dabei sind gerade bei dieser Gruppe Geduld und Empathie, medizinisches Wissen und psychologische Kenntnisse gefragt – dann etwa, wenn die Jüngsten zum Beispiel Zischlaute nicht richtig aussprechen können. „Entweder man muss die Hörwahrnehmung trainieren oder die Kinder haben Probleme mit der Mundmotorik.“

Umso mehr freue sich das Team über Verstärkung: Katarina Jacob wird das interdisziplinäre Therapiezentrum ab Februar in Vollzeit unterstützen. Mit ihrem Einsatz entzerre sich die Situation: „Wir haben damit endlich wieder die Möglichkeit, neue Patienten jeden Alters aufzunehmen und sie im erforderlichen Umfang individuell zu behandeln.“

Und auch im Bereich der Ergotherapie wird es Veränderungen geben: Die leitende Ergotherapeutin Franziska Rhode kehrt ab Ende Februar aus der Elternzeit zurück; Valentina Broswewski und Katrin Kullik werden das Wolf-Team zusätzlich verstärken. Einer der vielen möglichen Ergotherapie-Ansätze ist das Wunstorfer Konzept, das in Eschwege in der Kinderheilkunde angeboten wird: Konsequent mit einbezogen wird das soziale Umfeld der Jüngsten. Ziel sei es, den Alltag für alle leichter zu gestalten.

Vorteil an der engen Vernetzung: „Auf Wunsch des Patienten kommen in der Praxis gleich mehrere Heilmittel zur Anwendung – Ergo- und Physiotherapie, Logopädie und Osteopathie“, sagt Ivonne Bechthum. Auch Hausbesuche seien wieder möglich.

Kontakt: Telefon 0 56 51/9 91 91 60; E-Mail: info@wolf-therapie.de

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