Sittich beschädigt Autos

Eschwege und Meinhard: Freigeistiger Papagei treibt Unwesen mit Wischerblättern

Kurz vorm Angriff: Der rote Sittich, der entweder geflohen ist oder ausgesetzt wurde, hat es auf Scheibenwischer abgesehen. Hier ist er kurz vorm Angriff auf ein Wischerblatt am Dietenacker in Eschwege.
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Kurz vorm Angriff: Der rote Sittich, der entweder geflohen ist oder ausgesetzt wurde, hat es auf Scheibenwischer abgesehen. Hier ist er kurz vorm Angriff auf ein Wischerblatt am Dietenacker in Eschwege.

Ein frecher Pennantsittich ist in Meinhard und Eschwege gesichtet worden, wo er scheinbar liebend gerne die Scheibenwischer an Autos attackiert.

Eschwege/ Grebendorf – Rot, blau, mittelgroß und steht auf Gummi – seit vergangener Woche treibt ein Sittich sein Unwesen in Grebendorf und Eschwege. Der Vogel hat es auf die Scheibenwischer von Autos abgesehen. Wie Augenzeugen, darunter Carsten Stelzner, vom Dietenacker und dem Finkenweg in Eschwege schildern, fliegt das rote Tier von Auto zu Auto und knabbert die Gummibeläge der Scheibenwischer kaputt.

Was ihm nahrungstechnisch fehlt, weiß keiner zu sagen.

„Ich weiß nicht, was das für ein Sittich ist“, sagt Gabriele Kaestner vom Eschweger Tierheim. „Aber täglich rufen uns Leute an und sagen, wir sollen den Vogel abholen.“

Doch der offenbar schlaue Sittich lässt sich nicht fangen. „Man kommt etwa drei Meter an ihn ran, dann fliegt er weg“, sagt Stelzner. Leute aus Grebendorf, so Gabriele Kaestner, hatten auch bereits einen Käfig mit Futter aufgestellt, aber den meidet der Sittich. „Der weiß, was Sache ist.“

Der rot-blaue Sittich wurde in der vergangenen Woche häufig in Grebendorf gesichtet, wo er an Vogelhäuschen schmaust und frei zugängliches Obst knabbert. „Aber auch da, wo er auftaucht, wird er gefüttert“, sagt die Tierheimleiterin. Daher bestehe zumindest in den noch warmen Monaten keine Sorge um das Tier, kritisch für sein Überleben dürfte es mit dem Einbruch des Winters werden.

Unterdessen habe man versucht, den Besitzer ausfindig zu machen und über private Kanäle Sittich-Züchter aus der Region kontaktiert – aber bisher Fehlanzeige. Seit Freitag wurde der Vogel nun nicht mehr gesehen, aber es scheint ihn offenbar auch niemand zu vermissen. Möglicherweise wurde das Tier ausgesetzt.

Pennantsittiche stammen aus Australien

Pennantsittiche sind langschwänzige Papageien mit einer Körperlänge von bis zu 36 Zentimeter Länge. Sie sind scharlachrot, mit blauen Wangenflecken und Schwanzfedern, schwarzen Schwingen mit blauen Außenfahnen und hellblauen Flügelvorderrändern. Die Art kommt in den niederschlagsreichen Gebieten Australiens vor. Die Bewertung ihrer Stimme reicht von „angenehm“ bis hin zu „unerträglich und in Innenräumen nicht auszuhalten“.  Quelle: Wikipedia

Das Tierheim würde den Vogel schon aufnehmen, „aber nur, wenn ihn jemand einfängt“, sagt Gabriele Kaestner. Denn auch ihre Mitarbeiter sehen sich dazu nicht in der Lage. Ebenso wie im Fall einer verletzten Graugans, die dem Tierheim gemeldet wurde. Auch die flüchtet trotz eines kaputten Flügels sofort aufs Wasser, wenn sich ein Mensch nähert.

Von Stefanie Salzmann

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