Vier Jahre Haft für Räuber

Urteil nach Überfällen in Bad Sooden-Allendorf: Eschweger muss in den Knast

Symbolbild Gericht HNA
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Weil er im Mai 2019 einen DM- und einen Lidl-Markt in Bad Sooden-Allendorf überfallen hat, ist ein 27-jähriger Eschwegerjetzt verurteilt worden.

Kassel/Eschwege -  Das Urteil vom  Landgericht Kassel gegen den Eschweger lautet: Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Zudem ordnete die 5. Strafkammer von Richter Jürgen Stanoschek die Unterbringung des seit vielen Jahren drogenabhängigen Mannes in einer Entzugsklinik an. Ein Sachverständiger hatte bestätigt, dass alle Taten unter großem Suchtdruck begangen wurden, und dem Angeklagten bescheinigt, dass eine Therapie in einer geschlossenen Anstalt erfolgreich verlaufen könnte.

Der wegen Drogendelikten und Körperverletzung vorbestrafte Mann hatte weitere Straftaten gestanden, deren Strafen in das gestrige Urteil einflossen: So war er Ende September 2018 in ein Autohaus am Brückentor in Eschwege eingedrungen, hatte wahllos Sachen im Wert von 2400 Euro zusammengerafft – auch den Schlüssel eines 120 000 Euro teuren Audi-Sportwagens. Mit dem Audi S7 Sportback fuhr er zu einem Juweliergeschäft an der Eschweger Marktstraße: Als er die Panzerglasscheibe mit einem Drehmomentschlüssel zwar schwer beschädigte, er jedoch nicht an die Preziosen dahinter herankam, fuhr er mit dem Wagen nach Niedersachsen, wo die Fahrt an einem Baum und mit großem Schaden an dem Auto endete. Damals war er festgenommen und in Untersuchungshaft gekommen, bald aber wieder freigelassen worden.

Im Februar 2019 war er in eine Rossmann-Filiale am Kasseler Bahnhof Wilhelmshöhe eingedrungen, erneut festgenommen und wieder freigelassen worden. Am 16. Mai folgten die Überfälle in Bad Sooden-Allendorf: Im DM-Markt tat er mit der Hand in der Jackentasche so, als hätte er eine Waffe. Die Kassiererin händigte ihm daraufhin 1800 Euro aus. Nur Minuten später versuchte er die gleiche Aktion im nahen Lidl-Markt, brach den Überfall aber ab, nachdem er von Kunden massiv beschimpft worden war. Ein Gebäudereiniger und zwei Lidl-Mitarbeiter hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Seither sitzt er in U-Haft.

Oberstaatsanwalt Eckhard Töppel hatte für alle Taten eine Gesamtstrafe von fünf Jahren gefordert, Verteidiger Jörg von Kiedrowski fand drei Jahre und sechs Monate ausreichend. In der Verhandlung hatte sich der 27-Jährige bei den Kassiererinnen und sogar bei den Polizisten, die ihn festgenommen hatten, für seine Taten entschuldigt.

Richter Stanoschek sprach in seiner Urteilsbegründung von einer zunehmenden sozialen Destabilisierung und Drogenkonsum, die zu den Taten innerhalb von nur einem dreiviertel Jahr führten. Möglicherweise sei eine Entzugstherapie in einer geschlossenen Einrichtung für den Eschweger die letzte Chance auf ein künftig straffreies Leben. Da dieser weder einen Beruf erlernt, noch eine Arbeit oder soziale Bindungen hätte, bestehe hohe Fluchtgefahr. Deshalb muss er in Haft bleiben.

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