Markt der Möglichkeiten: Vereine präsentieren ihre Angebote in der Flüchtlingshilfe

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Gespannte Aufmerksamkeit: Im Publikum ist die Integration schon angekommen. Deutsche und Flüchtlinge hören gemeinsam den Vortrag von Christian Hendrichs vom Flüchtlingsrat Hessen.

Eschwege. Als die Percussion-Gruppe Black and White aus Wanfried die Instrumente zum Trommelworkshop auspackte, war der Bann schnell gebrochen: Europäer, Afrikaner, Asiaten, Christen und Muslime tanzten gemeinsam zum Klang der Trommeln im Foyer der Stadthalle Eschwege.

Genauso sollte das gelebte Miteinander aussehen, das sich die Veranstalter erhofft hatten. Das Aktionsbündnis „Bunt statt braun“, der Kreisschülerrat Werra-Meißner, der Arbeitskreis Open Flair, die Kreisstadt Eschwege und die Volkshochschule Werra-Meißner hatten zum Markt der Möglichkeiten in die Stadthalle eingeladen, damit sich die ehrenamtlichen Helfer mit Angeboten für Flüchtlinge austauschen und präsentieren konnten.

1500 Flüchtlinge sind in den Notunterkünften im Kreis untergebracht. Hinzu kommen die zugewiesenen Asylbewerber, die sich bereits im Asylverfahren befinden. Um sie kümmern sich hunderte von Ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern. „Dieser Tag heute ist etwas Besonderes“, sagte Landrat Stefan Reuß: „Wir wollen heute Abend mit viel Gelerntem nach Hause gehen.“ Was er sagte, übersetzte Mohammad Ismail Emad ins Arabische – und der gebürtige Syrer überbrachte auch den Dank der Flüchtlinge an ihre Helfer im Werra-Meißner-Kreis. Im Foyer stellten Vereine, Gruppen und Institutionen wie die Awo, Amnesty International oder Radio Meißner ihre Aktionen für Flüchtlinge vor.

Markt der Möglichkeiten in Eschwege

Menschen aller Nationalitäten kamen miteinander ins Gespräch. Die Gründer von „Eschwege hilft“, Ayleen Abhau und Bianca Cardoso, riefen dazu auf, weitere Kleidung zu spenden und zu den Öffnungszeiten im Helco-Markt in der Eschweger Neustadt abzugeben. „Was wir immer benötigen, ist Männerbekleidung in kleinen Größen und zurzeit Schulranzen für die Kinder, die jetzt hier zur Schule gehen“, fügte Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag hinzu. Beinahe 100 Helfer machen schon bei der Gruppe mit.

Christian Hendrichs vom Flüchtlingsrat Hessen appellierte, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren. „Ich kann mich abends im Spiegel anschauen, denn ich lebe Friedfertigkeit, Solidarität und Demokratie“, sagte er, warnte aber gleichzeitig die Politik davor, sich auf dem Engagement der Ehrenamtlichen auszuruhen. Er sagte auch: „Flucht ist wie Wasser, sie findet ihren Weg. Doch wir können entscheiden, wie hoch der Preis ist, den die Menschen zahlen, um zu uns zu gelangen.“

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