Medienzentrum stattet Schulen im Landkreis mit Technik aus

Viele neue Medien verändern Unterricht

+

Werra-Meißner.  Schulen im Werra-Meißner-Kreis sind dem Einsatz neuer Medien im Unterricht gegenüber aufgeschlossen: Von insgesamt 37 Schulen nutzen bereits 13 Grundschulen elektronische Tafeln, die zwölf weiterführenden Schulen haben interaktive Systeme im Einsatz und eine davon hat sogar Tablet-Klassen.

 Im Jahr 2014 flossen laut Kreissprecher Jörg Klinge 166 000 Euro in technische und mediale Anschaffungen – von Computern über elektronische Tafeln bis hin zu interaktiven Systemen. Fast 40 Prozent der Kreismittel flossen in Gesamtschulen, danach kommen Grundschulen mit 25 Prozent. Betreut werden die Einrichtungen vom Medienzentrum Werra-Meißner-Kreis.

Dessen Ziel ist ein einheitliches EDV-Konzept für den Kreis: „Letztlich geht es darum: Wie entlassen wir unsere Schüler in die Wirtschaft“, sagt der Leiter des Medienzentrums, Dirk Rudolph. Seit 2002 berät er Schulen zum Einsatz von Medien im Unterricht und erstellt Medienkonzepte, die regeln, wie diese in den klassischen Schulunterricht integriert werden. Angestrebt wird dabei ein Mix aus alten und neuen Medien, so Rudolph.

„Wir machen keine Gerätepädagogik, denn jedes Medium hat seine Berechtigung.“ Inwieweit die Schulen neue Medien im Unterricht einsetzen, entscheiden sie individuell. Ihre Wünsche richten sie, gestaffelt nach Prioritäten, an den Kreis. Der entscheide nach Größe der Schule und finanziellen Möglichkeiten über die Anschaffung, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Kreiselternbeirat Heinz-Peter Berger räumt ein, dass die Schulen im Kreis medial bereits gut aufgestellt seien. Es müsse aber noch mehr Geld in die Ausstattung fließen. Und: Der Einsatz neuer Medien im Schulalltag dürfe nicht dazu führen, „dass Hausaufgaben zuhause nicht lösbar sind, weil ein Gerät fehlt“.

Eine allgemeingültige Antwort darauf, inwieweit digitale Medien den klassischen Schulunterricht ergänzen können, gibt es noch nicht. So ergab eine Bertelsmann-Studie vom November 2014, dass der Einsatz nicht zwangsläufig zu besserem Unterricht führt – der Nutzen neuer Medien hänge vom Unterrichtskontext ab, in dem sie eingesetzt werden.

Wissenschaftler der Uni Siegen hingegen sprechen von einer neuen Lernkultur im Klassenzimmer. Statt klassischem Frontalunterricht könne beim interaktiven Lernen besser auf die individuellen Fähigkeiten und auf das Lerntempo der Schüler eingegangen werden.

Von Anna Lischper

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare