Eschweger Dr. Alexander Wachter seit Montag Regierungsvizepräsident in Kassel

Regierungsvizepräsident: Dr. Alexander Wachter wechselte Anfang dieser Woche in die Führung der Kasseler Mittelbehörde. Foto: Amtsgericht Eschwege

Dr. Alexander Wachter ist Regierungsvizepräsident in Kassel. Der Eschweger und bisherige Direktor des Amtsgerichts in der Kreisstadt wechselte am Montag überraschend in die Führung der Behörde.

 Die Berufung kam ebenso überraschend wie kurzfristig: Ganze zwölf Tage blieben Dr. Alexander Wachter für den Wechsel von der Spitze des Amtsgerichts in Eschwege ins Führungsteam des Regierungspräsidiums in Kassel. Seit Montag dieser Woche ist der 54-jährige Eschweger Regierungsvizepräsident – zunächst in Abordnung auf sechs Monate befristet und kommissarisch.

„Ich gehe aber davon aus, dass die Berufung auf Dauer ist“, sagt der frühere Amtsgerichtsdirektor.

Die Form der befristeten Abordnung sei aus rein formalen Gründen gewählt worden. Dr. Wachter berichtet von der grundsätzlichen Überlegung, einmal etwas anderes zu tun. „Und das bot sich jetzt an.“ Die Veränderung ist gewaltig. In Eschwege war Dr. Wachter Chef des Amtsgerichts mit 89 Mitarbeitern. In Kassel ist er zweiter Mann an der Spitze einer Mammutbehörde mit 1365 Beamten und Angestellten. Als einziger Vize vertritt er den Regierungspräsidenten nach innen und nach außen, führt die Behörde und repräsentiert.

„Normalerweise geht man durch das Haus und stellt sich den neuen Mitarbeitern vor, damit die Leute wissen, wer der Neue ist“, sagt Dr. Wachter.

Das ist in diesen Krisentagen komplett anders. Eine Telefonkonferenz löst die nächste ab. Gleich zu Beginn seiner ersten Arbeitswoche besprach der Vize-RP die kritische Lage mit den Landräten im Regierungsbezirk – nur eine von zahllosen wichtigen Besprechungen. Ohnehin sei die Behörde nur zu höchstens einem Drittel besetzt. „Wir sind technisch sehr weit und gut ausgestattet“, sagt Wachter. Die überwiegende Zahl der Beamten und Angestellten arbeitet im Homeoffice. So auch der Regierungspräsident. „Wir werden uns abwechseln“, sagt Wachter, „wie im Detail, das haben wir noch nicht besprochen.“

Aktuell pendelt der Jurist täglich zwischen Eschwege und Kassel. Das wird er auch in Zukunft tun. Wachter will seinen Wohnsitz in Eschwege behalten. Seine Familie lebt in der Kreisstadt, seine vier Kinder gehen dort zur Schule.

Und was macht den Reiz der neuen Aufgabe aus, welches sind die Herausforderungen, welches die Schwierigkeiten? „Das ist eine ganz andere Aufgabe“, sagt Dr. Wachter, „das ist ein kompletter Perspektivenwechsel“. Er müsse sich in der Mittelbehörde mit organisatorischen Fragen ganz anderer Größenordnung befassen. „Dabei geht es um ganz praktische Dinge.“ Dazu zählt auch die Besetzung freier Stellen. Auch mit dem Regierungspräsidium konkurrieren Arbeitgeber in der freien Wirtschaft mit finanziell attraktiveren Angeboten um Juristen, Verwaltungsfachleute, technische Angestellte und andere gesuchte Experten.

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