Das Eschweger Autohaus am Brückentor ist insolvent - Mitarbeiter bekommen Kündigung

Das Autohaus am Brückentor ist zahlungsunfähig. Zu diesem Ergebnis kommt Insolvenzverwalter Henning Jung in seinem Gutachten, das er dem Gericht vorgelegt hat.

„Das Insolvenzverfahren ist eröffnet; es gibt keine Perspektive auf Sanierung und Fortsetzung der Geschäftstätigkeit“, sagt Henning Jung.

Das Unternehmen sei nicht nur zahlungsunfähig, sondern auch überschuldet, stellt der Kasseler Insolvenzverwalter fest. Seit Donnerstag sind die Geschäftsräume am Brückentor in Eschwege geschlossen. Es gehe jetzt um Abwicklungstätigkeiten. Eingelagerte Reifen würden herausgegeben, Fremdfahrzeuge den Eigentümern überlassen. Die Werkstatt-, Verkaufs- und Verwaltungsräumlichkeiten selbst sind nicht Eigentum der insolventen GmbH und Co. KG.

Von den Ende September noch 25 Beschäftigten haben nach Angaben Jungs inzwischen acht Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Den übrigen 17 Angestellten sei jetzt gekündigt worden. „Das sind alles gut qualifizierte Fachleute, die bei der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage gute Aussichten haben, schnell eine neue Beschäftigung zu finden“, so Jung. Nachdem Mitte des Jahres bekannt geworden war, dass das Autohaus den Neuwagenvertrag des Volkswagenkonzerns verloren hat, war zuletzt auch noch der Gebrauchtwagenhandel zum Erliegen gekommen. Im Oktober hob VW auch noch den Service-Vertrag mit dem Autohaus am Brückentor auf.

Es hieß seinerzeit, der VW-Status „Neuwagenhändler“ sei im gegenseitigen Einvernehmen zurückgegeben worden, weil die Konzernvorgaben bezüglich der Absatzmengen nicht zu erreichen waren.

Das Eschweger Autohaus brachte pro Jahr etwa 60 neue Volkswagen an den Mann. Die Vorgabe von VW verlangte allerdings den Verkauf von 300 Neuwagen. Die damalige Geschäftsführung erklärte, dass ohnehin weitaus mehr Umsatz mit dem Gebrauchtwagenhandel erzielt worden sei. Darüber hinaus seien die Erträge beim Neuwagenverkauf im Gegensatz zum Werkstattservice gering, wurde noch im Juli argumentiert.

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