Eschweger Bauhof verzichtet auf Glyphosat

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Sie leiden unter dem Einsatz von Glyphosat und sterben aus: Bienen. Die Kreisstadt Eschwege verzichtet auf ihren selbst bewirtschafteten Grünflächen auf das Gift. In Pachtverträgen könne der Einsatz nur bedingt untersagt werden. Weitergreifende gesetzliche Regelungen übergeordneter Gesetzgeber seien in Arbeit. 

Eschwege. In Eschwege wird auf allen städtisch genutzten Grünflächen wie öffentlichen Parkanlagen, Sport- und Spielplätzen sowie entlang der Straßen, die in der Unterhaltung des Bauhofes liegen, nach Angaben von Bürgermeister Alexander Heppe kein Glyphosat eingesetzt.

Darüber informierte Heppe die Stadtverordnetenversammlung mit Hinweis auf einen Beschluss des Stadtparlamentes aus dem Februar dieses Jahres, der das Ziel hat, den Einsatz von Glyphosat auf Flächen, die der Stadt gehören, zu verhindern.

Mit neu abgeschlossenen Pachtverträgen über nicht gewerblich-landwirtschaftlich genutzte Flächen und Kleingärten sowie Nutz- und Grünflächen im Zusammenhang mit Mietgebäuden und -wohnungen sei in einem ersten Schritt die Verpflichtung aufgenommen worden, auf den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel zu verzichten, berichtet Heppe.

„Bei den verpachteten landwirtschaftlichen Flächen gestaltet sich eine Regelung schwieriger, weil es sich hier häufig um Ergänzungsflächen zu privaten Landwirtschaftsflächen handelt, die in einer gewerblichen Fläche bewirtschaftet werden und somit unterschiedlichen Unterhaltungsvorgaben zugrunde liegen würden“, sagt Heppe. Mitunter könnten die städtischen Grundstücke auch mitten in einer bewirtschafteten Fläche liegen.

In diesen landwirtschaftlichen Pachtverträgen bestehe bisher die Regelung, die städtischen Flächen im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelungen nutzen zu dürfen.

Derzeit, so der Bürgermeister, existieren rund 500 Pachtverträge zur Überlassung städtischer Flächen für gärtnerische und landwirtschaftliche Nutzungen. Davon entfallen etwa 420 auf Kleingärten und somit zur Freizeitnutzung und 80 auf Ackerbau- und Grünflächen und damit gewerbsmäßige Nutzung.

Heppe weiter: „Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die künftigen Gesetzesänderungen möglicherweise eine separate Regelung in allen bestehenden und neuen Pachtverhältnissen überflüssig machen würden, da in den städtischen Verträgen ohnehin ein außerordentliches Kündigungsrecht zugunsten des Verpächters enthalten ist, für den Fall, dass gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen wird.“

Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WiBank) bewilligt der Stadt Eschwege im Auftrag des Landes Hessen Städtebauförderungsmittel in Höhe von bis zu knapp über einer Million Euro für das Projekt „Altstadtquartiere und Brückenhausen“. Davon berichtet Bürgermeister Heppe in seinem Magistratsbericht. In der Zuwendung sei eine Finanzhilfe des Bundes in Höhe von gut einer halben Million Euro eingeschlossen. Der Zuschuss entspreche mehr als 70 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

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