Kommando kommt aus Kreisstadt

Eschweger THW hat eine neue Fachgruppe bekommen

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Eschweger THW hat eine neue Fachgruppe bekommen

Das Technische Hilfswerk Eschwege ist beliebt: 60 Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich. Künftig hat die Ortsgruppe den Mitgliedern noch mehr zu bieten. Sie hat die Fachgruppe Führung und Kommunikation aus Kassel übernommen.

Ab sofort hört alles auf ihr Kommando: Das Technische Hilfswerk (THW) Eschwege hat die Fachgruppe „Führung und Kommando“ von den Kollegen aus Kassel übernommen. Künftig können die Helfer aus Eschwege bei größeren Einsätzen die Leitung übernehmen oder technische Unterstützung für die Einsatzleitungen vor Ort bieten. „Mit der Ausrüstung ist man in der Lage, ein 25 Kilometer langes unabhängiges Telekommunikationsnetz einzurichten“, sagt Daniel Vogt vom Kasseler THW stolz. Er hatte bislang die Leitung der Fachgruppe und ist etwas wehmütig, „sein“ Equipement nach Eschwege abzugeben. Dort allerdings freut man sich bereits auf die spannende neue Aufgabe. „Das ist eine echte Herausforderung und wir können unseren Mitgliedern jetzt noch mehr bieten“, sagt Michael Kuß-Schönzart, Zugführer beim Eschweger THW. Und natürlich seien die Kasseler Kollegen jederzeit gerne eingeladen. „Wir sind eine große blaue Familie und arbeiten sowieso eng zusammen“, sagt Kuß-Schönzart.

Obwohl blau in diesem Fall nicht so ganz stimmt, denn der neue Einsatzwagen samt Büroanhänger ist weiß. Warum eigentlich? „Ganz einfach“, erklärt Kuß-Schönzart, „bei einem Großeinsatz ist in dem Gewühl von blauen Einsatzfahrzeugen das weiße einfach schnell zu erkennen.“ Eschwege ist nun einer von insgesamt 66 Standorten mit einer Führungs-Fachgruppe. „Das Technische Hilfswerk verteilt die verschiedenen Fachgruppen strategisch über ganz Deutschland“, erklärt Kuß-Schönzart. Mit der neuen Fachgruppe kann der Eschweger Ortsverein nun zwei Fachgruppen anbieten: Neben Führung und Kommando ist das die Gruppe Räumen, die unter anderem bei Hochwasser zum Einsatz kommt. Dazu kommen dann noch die beiden Bergungsgruppen und der Zugtrupp.

Einen ganzen Tag waren die Eschweger beim THW Kassel, um sich die drei neuen Fahrzeuge samt Büroanhänger anzusehen und vor allem in die Technik einweisen zu lassen. Größte Herausforderung: der Aufbau des 25 Quadratmeter großen Büros voller Kommunikationstechnik. Untergebracht ist die geräumige Kommandozentrale in einem kleinen Anhänger, der vor Ort ausgefahren wird. „Bei einem routinierten Aufbau können wir vor Ort in einer halben Stunde einsatzbereit sein“, erklärt Vogt. Neben dem Einsatzleitwagen samt Anhänger gehört noch ein Einsatzwagen voller Zubehör, darunter allein Trommeln mit fünf Kilometern Kabel sowie ein weiterer Bus für die Ausrüstung der Fachgruppe Führung und Kommando. Der Wert der Fahrzeuge liegt bei 630 000 Euro.

In Eschwege erfreut sich das THW großer Beliebtheit: Insgesamt 60 ehrenamtliche Helfer engagieren sich, davon 51 auch aktiv. Und der Verein wächst. Allein im vergangenen Jahr sind laut Kuß-Schönzart 14 neue Helfer dazugekommen - neun seien aus der Jugendgruppe gewechselt und fünf haben den Quereinstieg gewagt. „Bei uns kann jeder mitmachen, egal wie alt oder wie fit er ist, für alle gibt es eine passende Aufgabe - und immer viel zu tun“, sagt Kuß Schönzart.

Besonders stolz ist Kuß-Schönzart auf die starke Jugendgruppe, in der regelmäßig zehn bis zwölf Kinder teilnehmen. „Bei uns lernen die Jugendlichen vieles, das auch später im Berufsleben hilfreich sein kann“, sagt Kuß-Schönzart. Neben sozialen Fähigkeiten wie Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit seien das auch ganz praktische Dinge wie ein Lkw-Führerschein, die Ausbildung an der Motorsäge oder eben der gelernte Umgang mit den Kommunikationsmitteln. Das wüssten auch viele Arbeitnehmer zu schätzen, sagt Kuß-Schönzart.

Von Diana Rissmann

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