Mit Lastzügen zur Abfüllung

Eschweger Flaschenbier wird jetzt in Lauterbach abgefüllt – Produktion bleibt in Eschwege

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Am Be- und Entladen der Auflieger ändert sich nichts: Statt an die Thüringer Straße werden die Kisten jetzt aber nach Lauterbach gefahren.

Die Eschweger Klosterbrauerei wird ihre Flaschenabfüllung nach Lauterbach verlegen. Das Eschweger Bier  wird in der Anlage der Schwesterbrauerei Vogelsberger Landbrauereien abgefüllt.

Auslastung, technologischer Stand und Folgekosten waren die Kriterien der Geschäftsführung der Eschweger Klosterbrauerei, die Flaschenabfüllung ihres Bieres zur Schwesterbrauerei nach Lauterbach zu verlegen. „Außerdem ist die Abfüllung eigentlich kein originärer Bestandteil einer Brauerei“, sagt Geschäftsführer Ulrich Klesper.

Flaschenkeller der Klosterbrauerei ist in die Jahre gekommen

Der sogenannte Flaschenkeller ist in die Jahre gekommen. Die Anlage stammt aus den 1960er-Jahren. Im Sommer wurde hier an drei bis vier Produktionstagen Bier abgefüllt, im Winter an ein oder zwei Tagen, heißt es vonseiten der Brauerei. Um den technologischen Stand aufrecht zu erhalten, hätten große Investitionen getätigt werden müssen. Die Arbeit mit der Anlage sei zudem nicht mehr energieeffizient. Der Verbrauch von Wasser und Strom sei unverhältnismäßig hoch. „In Lauterbach betreiben wir ein sehr modernes Abfüllzentrum, das wir jetzt noch besser auslasten können“, sagt Klesper. In Lauterbach werden auch die Biere der Hochstift-Brauerei in Fulda und das Alsfelder Bier abgefüllt.

Die Mitarbeiter aus dem Eschweger Flaschenkeller werden größtenteils weiter beschäftigt. Zwei wechseln an den Standort an der Thüringer Straße, zwei zur Abfüllanlage nach Lauterbach, ein Mitarbeiter geht in den Ruhestand. „Zwei weitere haben unsere Jobangebote nicht angenommen, haben jetzt aber schon neue Beschäftigungen“, sagt Klesper.

Eschweger Bier mit Tanklastzügen nach Lauterbach

Das weiterhin in Eschwege gebraute Klosterbier wird in Zukunft in Tanklastzügen ins 90 Kilometer entfernte Lauterbach gefahren, um anschließend im Werra-Meißner-Kreis vertrieben zu werden. In eines der Tankfahrzeuge passen rund 27 000 Liter Bier. Vier- bis sechsmal pro Woche werden die Lkw mit den verschiedenen Bieren den Weg antreten. „Ja, wir bringen mehr Waren auf die Straße, sparen aber die energieraubende Abfüllung in Eschwege ein“, sagt Klesper. Die Eschweger Sorte Helles wird dort bereits seit Markteinführung vor eineinhalb Jahren in Flaschen abgefüllt, weil die sogenannte Euro-Flasche von der Anlage in Eschwege nicht befüllt werden kann. Weitere Biersorten werden ab Sommer auf die Euro-Flasche umgestellt.

1,2 Millionen Euro in Eschweger Klosterbrauerei investiert

Seitdem die Familie Klesper die Brauerei vor knapp zwei Jahren übernommen hat, haben sie etwa 1,2 Millionen Euro in die Eschweger Brauerei investiert. „Wir wollen die Marke zukunftsfest machen“, sagt Klesper.Im Sudhaus wurde ein neues Schonkoch-System installiert, im Lagerkeller werden die Tanks ausgetauscht. Außerdem soll noch ein effizienterer Dampfkessel eingebaut werden. Ferner wurden zwei neue Biersorten eingeführt, vier zusätzliche Arbeitsplätze sind entstanden.

Das Familienunternehmen Klesper

Zu dem Familienunternehmen der Klespers gehören neben Eschwege vier weitere Standorte: am Stammsitz in Fulda, im bayerischen Motten, in Lauterbach und in Alsfeld mit den Biermarken Hochstift, Lauterbacher, Alsfelder, Auerhahn, Will-Bräu sowie die Limonaden Spezi und Libella. Der jährliche Konzernumsatz liegt bei 30 Millionen Euro, in Eschwege werden sieben Millionen Euro erwirtschaftet. Etwa 200 Beschäftigte sind in dem Familienunternehmen angestellt, 40 davon bei der Klosterbrauerei in Eschwege.

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