Eine coronakonforme Reise durch Eschweges Geschichte

Trotz Pandemie: Eschweger Museen sind wieder geöffnet

Nach der Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie können Besucher im Eschweger Zinnfigurenkabinett wieder allerhand entdecken, zum Beispiel den Eschweger Johannisfestzug im Miniaturformat.
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Nach der Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie können Besucher im Eschweger Zinnfigurenkabinett wieder allerhand entdecken, zum Beispiel den Eschweger Johannisfestzug im Miniaturformat.

Die Türen des Eschweger Stadtmuseums und des Zinnfigurenkabinetts sind ab sofort wieder für Besucher geöffnet – natürlich unter den aktuellen Abstands- und Hygieneregeln.

Eschwege – Kaum geht man durch die geöffnete Tür, da steht schon der Desinfektionsmittelspender vor der mit einer Maske bedeckten Nase bereit. Das Erste, das Besucher jetzt in die Hand gedrückt bekommen, ist nicht etwa eine Broschüre, sondern ein Kontaktformular.

Überall hängen Schilder, die auf den Mindestabstand und das Tragen einer Maske hinweisen. Pfeile am Boden kennzeichnen einen Rundweg, damit sich die Besucher nicht zu nahe kommen, während sie die Ausstellungsstücke rund um Eschweges Geschichte betrachten. Das ist jetzt Alltag in den Eschweger Museen.

Das Stadtmuseum, das die Stadt Eschwege 2002 vom Museumsverein übernahm, nutzte die besucherfreie Zeit zum Aufräumen, Sortieren und Archivieren. In den Räumen eines alten Tabaklagerhauses Vor dem Berge gibt es eine umfangreiche heimat- und naturkundliche Sammlung mit Exponaten von der Jungsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Zu sehen gibt es viele interessante Stücke aus der Region, wie zum Beispiel die Werrakeramik von 1580 bis 1630.

Die Türen sind wieder geöffnet: Von links: Dr. Annika Spilker, York-Egbert König und Praktikantin Alica Reuter begrüßen wieder Besucher im Stadtmuseum.

Zimmereinrichtungen, nachgebaute Werkstätten und auch eine alte Apothekeneinrichtung sollen Einblicke in die damalige Wohn- und Arbeitskultur vermitteln. Neben bekannten Ausstellungsstücken wie einem Stadtmodell von Eschwege um 1750 oder dem größten Schuh Hessens, Größe 219, gibt es auch einige neue Stücke. Ein Puppenwagen aus den 1950er-Jahren und ein Gemälde des Malers und Fotografen Ferdinand Tellgmann, geboren in Bischhausen, ergänzen die umfangreiche Sammlung von Exponaten zur Eschweger Stadtgeschichte.

Für die Zukunft sind auch weitere Projekte geplant. Das Museum sammelt derzeit Gegenstände, Berichte, Fotos oder Ähnliches aus der Corona-Zeit für das Stadtarchiv oder um sie vielleicht für spätere Generationen auszustellen. „Es gab schon Pandemieähnliches, aber nichts Vergleichbares“, so Dr. Annika Spilker, Leiterin des Stadtarchivs und des Stadtmuseums. Das Stadtmuseum freue sich weiterhin über Beiträge für die Corona-Sammlung.

Letzte Vorbereitungen im Stadtmuseum: Praktikantin Alica Reuter legt den Rundweg für Besucher.

Das Eschweger Zinnfigurenkabinett lädt nach Wiedereröffnung zu einer Reise durch 5000 Jahre Geschichte im Miniaturformat ein. In den selbst gebauten Dioramen gibt es allerhand zu entdecken, vom Wilden Westen bis Eschwege im 17. Jahrhundert. Das Museum steht sogar mit den kleinsten Zinnfiguren der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Die 1,2 Millimeter großen Mini-Matrosen stehen auf einem Schiffsmodell im Maßstab 1:1250.

Seit der Schließung im März bauen die Vereinsmitglieder vom „Verein Eschweger Zinnfiguren- und Miniaturenfreunde“ an neuen Dioramen und Figuren. Die Figuren werden als Rohfiguren gekauft und anschließend bemalt. Das Zinnfigurenkabinett möchte durch seine Ausstellungen Geschichte begreifbar machen. In der Zukunft will der Verein Epochen ergänzen, die Partnerstädte Eschweges mehr mit einbringen und vielleicht ein Modell zum 5000 Jahre alten Baum, den man dieses Jahr im Werratalsee fand, bauen.

Beide Museen sind nun wieder geöffnet und die Mitarbeiter freuen sich über Besucher. Das Stadtmuseum öffnet dienstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Das Zinnfigurenkabinett ist mittwochs und am Wochenende ebenfalls von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (Anna Schellhase)

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