Dolmetscher übersetzte ins Deutsche

Eschweger Puppentheater spielt für Flüchtlinge

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Eschwege. Eine Extra-Vorstellung vom "Froschkönig" konnten heute Morgen rund 120 Flüchtlinge erleben. Vor allem den Kindern gefiel der Auftritt der Eschweger Puppenbühne

Es war ein ziemliches Durcheinander, das am Montagvormittag im Saal des Alten Bahnhofes herrschte. Zum ersten Mal hat die Eschweger Puppenbühne gestern das Stück „Der Froschkönig“ ausschließlich für Flüchtlingskinder aufgeführt. Rund 120 junge Personen schauten der Vorstellung zu. Mitorganisatorin Ellen Schubert von der Freien Waldorfschule Werra-Meißner war ein wenig gestresst, sie spielte selbst im Stück mit: „Unsere heutige Veranstaltung ist völlig anders als sonst. Aber das Publikum ist toll und die Mühen haben sich gelohnt!“

Dolmetscher übersetzte ins Deutsche

Schon beim Öffnen des Vorhangs gaben die jungen Zuschauer erstaunte „Ohs“ und „Aahs“ von sich, viele stimmten Beifall an. Dolmetscher half aus Außergewöhnlich: Der Spielfluss wurde immer wieder unterbrochen. Da noch kaum einer der Zuschauer die deutsche Sprache versteht, war Emad Mohamad Ismail als Dolmetscher gefragt. Er übersetzte das Geschehen auf der Bühne nach und nach ins Arabische und nahm so die Rolle des Vorlesers im Stück ein. Insgesamt entstanden einige zeitliche Verzögerungen, die aber von allen Anwesenden bereitwillig in Kauf genommen wurden.

Nachdem der Vorhang wieder gefallen war, berichtet Ismail von den ersten Reaktionen der Besucher: „Alle waren sehr zufrieden. Gerade den Kindern hat die Aufführung gut gefallen.“ Hoher Organisationsaufwand

Organisatorisches Talent gefragt

Damit die Vorstellung des traditionellen Grimm’schen Kindermärchens nach den zwei regulären Vorstellungen am Sonntag mit rund 140 Zuschauern erneut aufgeführt werden konnte, war logistisches Organisationtalent gefragt. Vor allem Wolfgang Sachtsleben spielte dabei eine wichtige Rolle. Als ehemaliger Bundespolizist nutzte das langjährige Mitglied des Puppentheaters bestehende Kontakte, und letztendlich stellte das Bundespolizeipräsidium Potsdam einen Mannschaftsbus aus dem nahe gelegenen Bundespolizeiausbildungszentrum zur Verfügung. „Hier wird sozusagen humanitäre Hilfe geleistet. Für uns war wichtig, dass unsere neuen Mitbewohner aus Sontra auch mal rauskommen und etwas anderes sehen“, so Sachtsleben. Busfahrer Carsten Meier transportierte die Flüchtlinge zum Veranstaltungsort und lieferte sie im Anschluss wieder in Sontra ab.

Von Pelle Faust

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