Zur Chance gezwungen

Eschweger Rathaus hat Corona zur Umstrukturierung genutzt

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Die Stadtverwaltung in Eschwege hat sich in der Coronazeit neu aufgestellt. Durch die Digitalisierung von Angeboten ist nicht immer der Gang in das Rathaus nötig.

Nicht nur Probleme, sondern auch Chancen und Verbesserungen hat die Coronakrise mit sich gebracht. Zu dieser Erkenntnis ist die Stadtverwaltung Eschwege gekommen.

Bürgermeister Alexander Heppe hob die Vorteile für Dienstleistungen, die Arbeit im Homeoffice, für die Digitalisierung und das Hygienekonzept hervor. Nachteile gibt es dennoch.

Dienstleistungen

Für die Antragsteller sind viele Wartezeiten weggefallen. „Durch Terminvergaben wurden die Anliegen präziser, effektiver und vor allem persönlicher als zuvor bearbeitet“, sagt Heppe. Viele Besuche des Rathauses waren am Ende überhaupt nicht nötig, weil die Probleme bereits am Telefon gelöst wurden.

Über die Homepage sowie über die Facebook-Seite, die kurzfristig zu Beginn der Corona-Pandemie an den Start ging, wurden die Dienstleistungen mit den entsprechenden Ansprechpartnern und Hotline-Nummern zusammengefasst. Bald wird die Terminvergabe auch online möglich sein.

Digitalisierung

Hier ist die Eschweger Stadtverwaltung durch die Pandemie einen gehörigen Schritt weitergekommen. „Corona haben wir als Chance genutzt, zu der wir eigentlich gezwungen wurden“, sagt Rebecca Herzog-Meister, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Corona sei ein Beschleuniger gewesen. Wie alle Kommunen im Kreis werden jetzt auf Initiative des Landes Hessen mehr Dienstleistungen digital hinterlegt. Für die Anliegen der Bürger wird bis 2022 eine Plattform geschaffen, auf der man vieles von zu Hause erledigen kann. Auch Gebühren kann man online bezahlen, wenn man ein Behörden-Nutzerkonto angelegt hat.

Auch die Stadt Eschwege selbst hat die Digitalisierung vorangetrieben. Einfache Besprechungen werden per Telefon- oder Videoschalte erledigt.

„Unnötige Besprechungen werden auf das Nötigste reduziert, es fallen keine unnötigen Fahrtzeiten an, somit bleibt mehr Zeit zum Arbeiten“, sagt Heppe. Das gilt auch für die städtischen Gremien. Die Sitzungen des Magistrats wurden über ein digitales Sitzungsdienstprogramm organisiert. Einladungen, Beschlussvorlagen und sogenannte Umlaufbeschlüsse wurden digital versandt und bearbeitet.

Homeoffice

Die Mitarbeiter der Verwaltung können ihre Aufgaben jetzt ortsunabhängig erledigen. Mitarbeiter, die systemrelevante Aufgaben ausüben, kein Einzelbüro haben oder zu der Gruppe der Risikoerkrankten gehören, arbeiten von Zuhause aus und loggen sich über sichere Fernzugriffe ein.

Das sei ein Belastungstest für das EDV-System gewesen. „Hinter den heute erreichten Stand können und wollen wir nicht mehr zurück“, sagt Heppe.

Hygienekonzept

Durch das Tragen von Mundschutz beim Betreten der Rathäuser und Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln bis auf Weiteres versucht die Verwaltung das Covid-19-Infektionsrisiko für alle so gering wie möglich zu halten. „Die Mitarbeiter halten sich alle vorbildlich an das von uns erstellte Hygienekonzept“, sagt Heppe.

Nachteile

Die Stadt Eschwege muss sich in diesem Jahr auf finanzielle Belastungen durch die Corona-Pandemie vorbereiten. „Es zeichnet sich ab, dass die Einbußen vor allem bei der Gewerbesteuer zu erwarten sind“, sagt Heppe. Außerdem gebe es durch höhere Ausgaben infolge der Pandemie wie Mehrkosten für Technik, Hygienemaßnahmen oder Reinigung weitere finanzielle Verluste.

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