Rudolf Heger wird 100 Jahre alt: „Fühle mich heute besser als mit 30 Jahren“

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WIrd am 18. November 100 Jahre alt: Rudolf HegerGeburtstagskind

Der Eschweger Rudolf Heger wird heute 100 Jahre alt. Wir blicken mit ihm auf 100 Jahre, drei Heimatorte, schwere Zeiten und auf viele einzelne positive Momente zurück. 

„Viel Glück hatte ich im Leben“, sagt Rudolf Heger mit einem Lächeln.

Geboren wurde der Jubilar am 18. November 1919 in Sternberk im Odergebirge. Er nennt das Rottal in Niederbayern seine zweite Heimat, in der er auch den Friseurberuf erlernte. Dass es ein Glück war, einen Ausbildungsplatz zu finden, und dieses der Hälfte seiner Freunde damals verwehrt blieb, erklärt der Jubilar heute. Als junger Mann erlebte er fünf Jahre als Soldat den Zweiten Weltkrieg, wurde nach zwei Tagen aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, weil er sich als Landwirtschaftlicher nach Niederbayern meldete. Er musste sich eineinhalb Jahre versteckt halten. Dass er nie auf einen anderen Menschen schießen musste, sieht er als besonders großes Glück an. Er erinnert sich noch sehr genau an diese Zeit. Während Krieg, Flucht, Vertreibung und fehlenden Möglichkeit, selbst über den eigenen Weg zu entscheiden, die Lebensführung während seiner Jugend geprägt haben, bestimmt die positive Einstellung des heute 100-Jährigen sein Leben bis heute.

„Ich fühle mich heute besser als mit 30 Jahren“, sagt Rudolf Heger, denkt dabei einerseits an die frühen Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und andererseits daran, dass er heute auf die Frage danach, wie es ihm geht, antwortet, dass es noch nie so gut gewesen sei wie heute. Durch seine Cousinen kam er 1949 nach Eschwege, legte nach seiner Zeit als Geselle die Meisterprüfung ab und eröffnete 1952 den Salon Wien.

In Eschwege lernte Rudolf Heger seine Ehefrau kennen, und mit dem Sohn und der Tochter sowie mit den drei Enkelsöhnen wurde die Familie komplett. Der Jubilar erinnert sich zudem an viele gemeinsame Reisen, die das Paar unter anderem nach Capri, Neapel, Kanada, Tunesien und in die Türkei führten. Bereits durch den Beruf seines Vaters, der mit einem Filme in den Gaststätten verschiedener Dörfer vorführte, entdeckte er seine Leidenschaft zu Filmen. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung. „Das Positive suchen“, erklärt er seine Einstellung zum Leben und berichtet, dass er nie zu leistungsbezogen, dafür aber stets neugierig gewesen sei. Zu seinen zahlreichen Interessen gehörten das Malen sowie seine Briefmarken. Bis heute spielt Musik eine wichtige Rolle für den 100-Jährigen, dessen Repertoire von Klassik, über Operette bis hin zu Musicals reicht.

Auch die Gartenarbeit, das Wandern mit dem Werratalverein und Schwimmen gehörten lange zum Alltag. Wenngleich er einen Führerschein besitzt, besaß er nie ein Auto, war stets zu Fuß, mit dem Rad oder dem Zug unterwegs. Der Jubilar achtet bis heute auf Bewegung, hat nie geraucht, sehr wenig Alkohol getrunken, sich Zeit zum Regenerieren genommen und viel Süßes gegessen.

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