Bundesweites Projekt:  U-18-Wahl

Eschweger Schüler wählen den Bundestag: CDU gewinnt, AfD landet auf Rang fünf

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Geschafft: Anastasia Lippold wirft den Stimmzettel in die Wahlurne, die von Thees Großjung von der Schülervertretung überwacht wird. 

Eschwege. Noch knapp eine Woche ist es hin bis zur Bundestagswahl. Beim bundesweiten Projekt U-187-Wahl hatten am Freitag bereits Schüler die Qual der Wahl.

 „Ey, das ist doch eine geheime Wahl“, tönt es aus der Aula der Anne-Frank-Schule. „Warum lassen die sich dabei dann zugucken?“ Die Antwort eines Mitschülers kommt prompt: „Weil das doch gar keine echte Wahl ist, sondern nur eine zu Übungszwecken.“ Richtig. Und „trotzdem“, wie abschließend bemerkt wird: Auch da soll es ja zugehen wie bei einer echten Wahl wie der zum Bundestag am 24. September. Und die ist nun mal geheim.

Richtig wählen – geübt worden ist das gestern an der Anne-Frank-Schule in Eschwege und ihrer Wanfrieder Zweigstelle bei der U-18-Wahl. Die wird bundesweit organisiert, ein Wahllokal anmelden kann jeder interessierte Verein oder jede Institution. Echte Wahlkabinen werden dafür aufgestellt, eine Wahlleitung verteilte die dafür passenden Stimmzettel und die Urne wird wie auch bei einer richtigen Wahl stets im Blick behalten. Die Schüler sollen so nachvollziehen lernen, wie eine Wahl abläuft.

Wahl der Zweitstimme

Denn ganz einfach ist das nicht: „Muss ich hier noch mein Geschlecht angeben?“ fragt eine Schülerin verstohlen ihre Freundin, die in der Wahlkabine neben ihr die eine Partei heraussuchen muss, der sie bei dieser Spielwahl ihre Stimme geben möchte. Ein Direktkandidat wird nicht gewählt; „das wäre in der Vorbereitung im Unterricht dann doch zu kompliziert geworden“, sagt Heike Schwanz, die das Wahllokal für die Anne-Frank-Schule angemeldet hat.

So blieb mehr Zeit für die Beschäftigung mit der Zweitstimme und damit den Parteien: Das Wahlprogramm wurde analysiert und in den Kernthesen zusammengefasst. Das kommt den Schülern am Übungswahltag zugute: „Wir haben hier auch zwei Informationsstände, an denen sich alle vor der Wahl noch mal informieren können“, sagt der 15-jährige Amos Folmeg, der die Beratung zusammen mit seinen Mitschülern aus der Klasse 9a anbietet. Erklärt wurde so zum Beispiel, was die Parteien alles für die Jugend außerhalb der Schule tun wollen und wie eine gute Bildung aussehen soll.

Quiz rund um die Bundestagswahl

Ihr erlerntes Wissen konnten die wählenden Schüler zudem auch in einem Quiz beweisen; wurden sechs der sieben oder gar alle Fragen richtig beantwortet, gab es eine kleine Belohnung. „Die Frage, warum man sein Kreuz nicht mit einem Kugelschreiber machen darf, hat sich als die schwierigste herausgestellt“, sagt die Neuntklässlerin Lena Thomas, die sich die Fragen mit ihren Freundinnen Alina Ditenbir, Inga Marie Peters und Henrike Diez ausgedacht hat und als Antwort parat hat, weil die im Gegensatz zu den ausliegenden Bleistiften durchdrücken können.

Während das Quiz von den vier Schülerinnen sofort ausgewertet wurde, lagen die Stimmzettel bis nach der vierten Stunde in der Urne. Erst dann kamen die Schüler der Klasse 9b zum Einsatz: Zettel für Zettel wurden die Kreuze akribisch ausgezählt. Die kamen nicht nur von den Schülern der Anne-Frank-Schule, sondern auch von denen des Oberstufengymnasiums und der Brüder-Grimm-Schule, die mit einer Briefwahl an der Übung teilgenommen haben.

AfD landet auf Platz vier

Herausgekommen ist zumindest auf den mittleren Rängen ein Ergebnis, das im Unterricht wohl noch diskutiert werden wird: Mit 24 von 391 gültigen Stimmen (16 waren ungültig) landete die AfD auf dem  fünften Rang hinter den Linken (27), den Grünen (47), der SPD (113) und der CDU (125).

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