Stadt legt Widerspruch ein

Eschweger Stadthalle: Finanzamt fordert Nachzahlung von 150.000 Euro

Publikumswirksam: Bälle, wie die der Abiturienten, gehören zu den gesellschaftlich wichtigsten Ereignissen in der Eschweger Stadthalle. Foto: privat

Eschwege. Der Stadt Eschwege droht eine Steuernachzahlung für die Stadthalle. Nach Informationen der Werra-Rundschau fordert die Finanzbehörde für die Jahre 2012 bis 2014 insgesamt 150.000 Euro von der Kommune. Die Stadt hat Widerspruch eingelegt.

Zu der geforderten Nachzahlung kommt es, weil Kreisstadt und Finanzamt unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der steuerlichen Bewertung der Veranstaltungshalle vertreten.

Stadtkämmerer Reiner Brill bestätigte die „Nachforderung“ grundsätzlich. Zahlen wollte er mit Hinweis auf das Steuergeheimnis aber nicht nennen. „Wir gehen davon aus, dass der große Saal der Daseinsvorsorge dient und damit ein begünstigtes Dauerverlustgeschäft ist; das Finanzamt hat eine andere Rechtsauffassung“, sagt Brill. Gegen den Steuerbescheid hat die Stadt Widerspruch eingelegt. Ziel ist es, dieses „Dauerverlustgeschäft goßer Saal“ wenigstens zu 70 Prozent als „begünstigt“ anerkannt zu bekommen.

Die Stadt Eschwege plant im Haushalt für das laufende Jahr einen Verlust in Höhe von 390.000 Euro ein, 200.000 Euro allein an Abschreibung. Die Erträge werden mit 180.000 Euro ausgewiesen. Insgesamt ist die Stadt unzufrieden mit der Ertragslage. Das liegt auch daran, dass die ab 800.000 Euro greifende umsatzbezogene Pacht regelmäßig nicht erreicht wird und der Betreiber von Restaurant und Hotel lediglich einen Grundbetrag zahlt. „Weil das so ist, haben wir Interesse an einer entsprechenden Auslastung“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. „Dazu hat es Gespräche mit der Pächterfamilie Benning gegeben und es wird weitere geben.“

Inhaberin Melanie Benning wollte dazu am Donnerstag nicht detailliert Stellung nehmen: „Dazu ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, wir warten erst das Gespräch mit der Stadt am 17. Mai ab.“ Während dieses Gespräches soll auch die Ablehnung von Veranstaltungen thematisiert werden. „Im Grunde sind wir aber mit dem Pächter und auch mit dem Open Flair als Saalbetreiber einverstanden“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe.

In dem Gespräch sollen auch abgelehnte Veranstaltungen thematisiert werden. Nach Informationen der Werra-Rundschau ist die Buchung des großen Saals für eine Abiturfeier an fehlenden gastronomischen Kapazitäten gescheitert. Eine größere Veranstaltung in den Clubräumen sei nicht angenommen worden, mit dem Hinweis darauf, dass für eine Veranstaltung am folgenden Tag bereits eingedeckt werden müsse.

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