Eschweger Stadtwerke steigen bei Windkraftanlage ein

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Eschwege. Für die Stadtwerke in Eschwege ist es die erste Gelegenheit, sich an einem Windkraftprojekt zu beteiligen. Am Donnerstagabend stimmte die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich der Millionen-Investition des Tochterunternehmens der Kreisstadt zu.

Knapp über eine Million Euro zahlt der Energieversorger für den 8,3-prozentigen Anteil am Windpark Söhrewald/Niestetal. Die Rendite soll bei knapp fünf Prozent liegen.

Der Windpark ist Ende vergangenen/Anfang dieses Jahres ans Netz gegangen. Schon im Jahr zuvor wurde eine zugehörige Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Jörg Heinz (SPD), Andreas Hölzel (FWG), Andreas Kühnel (CDU) und Armin Jung (Bündnis 90/Die Grünen) betonten die Vorzüge der Investition. Die Sprecher wiesen auf die Bemühungen zur Energiewende hin und darauf, dass die Beteiligung „eine risikoarme Kapitalanlage mit umso größeren Chancen“ sei, so Heinz.

Bernhard Gassmann (Die Linke) seine Ablehnung damit, dass er sich nicht ausreichend informiert fühle. Dem widersprach Erster Stadtrat Reiner Brill. Während der Sitzung des Finanzausschusses seien alle Fakten offengelegt worden. Grundsätzliche Bedenken gegen Windkraftanlagen im Werra-Meißner-Kreis meldete Claus Hamp (CDU) an. „Die Ressource Landschaft wird vergeudet“, sagte der Christdemokrat. Das sei der falsche Weg. Obendrein würden schmutzige Kohlekraftwerke gefördert. Damit würden Leistungsengpässe ausgeglichen, saubere, dafür aber teurere Gaskraftwerke gingen dagegen vom Netz.

Gegen die Stimmen von Hamp und Gassmann stimmte die Stadtverordnetenversammlung der Investition zu.

WERRATALSEE

SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag mahnte am Donnerstagabend die Veröffentlichung eines neuen Gutachtens über den Werratalsee an. Daraus, so Feiertag, gehe hervor, dass sich die Qualität des Sees, entgegen der bisher angenommenen Entwicklung, dramatisch verschlechtere. Es werde davon ausgegangen, dass das Gewässer mittelfristig in den späten Sommermonaten nicht mehr als Badesee genutzt werden könne.

Von Harald Sagawe

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