Corona in Partnerstädten

Eschweges Partner in Bayern: Trauriger Spitzenreiter - Regen mit Höchstwert

Ein Bild aus besseren Tagen: Der Spielmannszug Werratal beim Besuch im Sonnenschein in Regen.
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Ein Bild aus besseren Tagen: Der Spielmannszug Werratal beim Besuch im Sonnenschein in Regen.

Eschweges Partnerstadt Regen und der gleichnamige Landkreis erlangen in diesen Tagen traurige Berühmtheit, Seit mehr als einer Woche liegt die Inzidenz bei über 600 Fällen innerhalb einer Woche.

Eschwege – Trotz strenger Maßnahmen gehen die Zahlen nicht zurück. „Unsere Gedanken sind bei unseren Freunden in Regen“, sagt die Vorsitzende des Eschweger Partnerschaftsvereins Ingrid Möller-Quanz. Wie ist es dazu gekommen und wie sieht es in Eschweges anderen Partnerstädten aus?

Regen

Auch am Mittwoch hatte der Landkreis Regen mit 617 Fällen innerhalb einer Woche den Höchstwert in Bayern zu verzeichnen – die Führung in Deutschland in dieser Kategorie haben sie gestern abgegeben. Doch wie kommt es zu dem traurigen Spitzenwert in der ländlich geprägten Region im Bayrischen Wald?

Zu den hohen Fallzahlen könne sie, ebenso wie alle Experten, keine Antwort geben, sagt die Landrätin Rita Röhrl. „Unsere Feststellung ist die, dass wir bei rund 40 Prozent aller Infizierten die Quelle der Infektion nicht nachvollziehen können und diese nicht als Kontaktpersonen bekannt waren.“ Dieses diffuse Geschehen bereite Sorge und lasse auch die Vermutung zu, dass das Gesundheitsamt nicht immer ehrlich informiert wurde.

In Regen selbst ist derzeit nicht bekannt, wie viel Einwohner infiziert sind. Bürgermeister Andreas Kroner sieht eine verstärkte Verbreitung in Seniorenheimen.

Wie überall in Bayern gelten auch in Regen seit gestern die harten Lockdown-Regeln. Schulen und Kitas sind geschlossen. Wer keinen triftigen Grund wie einen Arztbesuch, Einkaufen oder Arbeiten vorweisen kann, darf tagsüber nicht mehr die eigene Wohnung verlassen. Zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch aus wenigen triftigen Gründen erlaubt. Die Lebensmittelläden sind derzeit ständig gut gefüllt.

„Alle wollen sich jetzt noch mal eindecken“, hat Kroner festgestellt. Auf den Straßen der Stadt kontrolliert die Polizei vermehrt die Einhaltung der Ausgehsperre. Die beliebten Christmetten werden in Regen an Weihnachten nur sehr reduziert begangen.

Seit Samstag erhält die Arberlandklinik in Zwiesel zudem im pflegerischen Bereich Unterstützung durch die Bundeswehr, um die weiterhin personell angespannte Situation zu entschärfen.

Mühlhausen

Im Unstrut-Hainich Kreis liegt die Inzidenz derzeit bei 375 – Tendenz steigend. Für Mühlhausen selbst veröffentlicht das Landratsamt keine Zahlen. Die Schulen und Kitas sind bis auf eine Notbetreuung dicht.

Das wird auch nach den Weihnachtsferien Bestand haben. Nachts herrscht eine Ausgangssperre. An Weihnachten und Silvester gibt es Ausnahmen von der Kontaktreduzierung, Feuerwerk darf nicht entzündet werden.

St. Mandé

Eschweges dritte Partnerstadt Saint-Mandé liegt im Westen der französischen Hauptstadt, die am Mittwoch eine Inzidenz von 760 aufgewiesen hat. Ingrid Möller-Quanz hat sich aktuelle Informationen aus Frankreich besorgt. Momentan sind die Schulen geöffnet. Restaurants, Kinos, Theater und Orte der Kultur bleiben bis zum 6. Januar geschlossen, Sportstätten und Zoos bis zum 20. Januar.

Wer sich nicht an die Vorgaben hält, zahlt 135 Euro Strafe“, berichtet Ingrid Möller-Quanz von ihrem Bruder. Ausnahmen gibt es an Heiligabend. Dann können sich sechs Erwachsene plus Kinder treffen. An Silvester herrscht eine Ausgangssperre. (Von Tobias Stück)

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