Durch viele Höhen und Tiefen

ESV Union Eltmannshausen feiert jetzt sein 100-jähriges Jubiläum

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Ein Blumenstrauß für den Gast: Den überreicht Vereinsvorsitzender Gideon Tischer an die Gastspieler von Regionalligist KSV Hessen Kassel. 

Eltmannshausen – Der ESV Union Eltmannshausen feiert diese Woche sein 100-jähriges Jubiläum.

Unter dem heutigen Namen gibt es den Verein zwar erst seit 1949, aber seine Wurzeln reichen bis in die turbulente Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück.

Die Anfangszeit

Einer Festrede von Studiendirektor Herbert Fritsche aus Anlass des 75. Jubiläums zufolge wurde der Turnverein Eltmannshausen am 1. Juli 1919 begründet. 1923 bildete dieser Verein eine eigene Handballmannschaft, deren größter Erfolg ein Sieg gegen Eisenach war. Auch ein Reichsbahnsportverein entstand in dieser Zeit – im Fokus hier standen Tennis und Kegeln.

Eine erste Schüler-Fußballmannschaft kam 1949 unter der Leitung von Franz Weiner zustande, was als die Geburtsstunde des Vereins in seiner heutigen Form zu betrachten ist. Wie überall lag zu dieser Zeit auch in Eltmannshausen das Vereinsleben brach und musste erst wieder aufgebaut werden. Der erste Bolzplatz wurde improvisiert; aus alten Telegrafenmasten wurden Holztore gebaut.

Es entstand ein Spielfeld mit bestimmt einem halben Meter Gefälle. Zu Anfang war es schon ein Ereignis, wenn ein Spiel zusammenkam, aber bald hatte sich der Fußball fest in Eltmannshausen etabliert.

Der Zusammenschluss

Zwischen 1950 und 1951 schlossen sich Turnverein und Reichsbahnsportverein zum ESV Union Eltmannshausen zusammen. Der Satzung nach musste der Vorsitzende Eisenbahner sein, und auch eine Eisenbahner-Mitgliederquote von 50 Prozent war festgelegt.

Bereits 1954 wurde die Fußballmannschaft des Vereins Meister in der B-Klasse und stieg in die damalige A-Klasse auf.

„Damals ging es hier mit der Eisenbahn richtig los – Güter- und D-Züge wurden gebaut, und es gab viele Stellen in der Instandsetzung. Dementsprechend zogen viele Menschen in die Region und bauten hier Häuser“, berichtet Wolfgang Franz, der schon lange im Verein ist.

Der Sportplatz wurde bald begradigt und 1971 mit einer Flutlichtanlage – der ersten im Kreis – aufgewertet. Auch heute befindet er sich noch dort, wo er schon zur Anfangszeit war. 1971 war auch darum ein bedeutsames Jahr, weil eine Damenfußballmannschaft gegründet und eine Frauengymnastikgruppe in den Verein integriert wurden.

Turbulenzen

1974 stellte der Verein anlässlich des 25-jährigen Bestehens seiner Fußballabteilung ein Jubiläumsprogramm auf, für das ein Spiel gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf organisiert wurde. Im Gegenzug dafür, dass das Spiel auf den Johannisfest-Donnerstag der 1000-Jahr-Feier Eschweges gelegt wurde, bot die Stadt an, 1000 Mark zu den Kosten zuzuschießen. Aber obwohl das Spiel selbst ein besonderes Ereignis war, konnten die Kosten nicht durch die Einnahmen gedeckt werden. Wegen der zeitlichen Überschneidung mit dem Johannisfest kamen nur etwa halb so viele Zuschauer wie erwartet.

1975 fielen die Mitgliederzahlen der Eisenbahner unter die 50-Prozent-Marke, und dies wurde zum Anlass genommen, eine neue Satzung zu erlassen. 1986 löste sich die Frauengymnastikgruppe auf. Seit diesem Zeitpunkt ist der ESV ein reiner Fußballverein.

In den 1980er-Jahren fusionierte der Verein mit Oberhone. Das brachte frischen Wind in die Dynamik. 1999 erreichte der Verein pünktlich zur Jahrtausendwende seine bis zu diesem Zeitpunkt beste Platzierung, den 5. Platz in der A-Liga.

Bis 2010 ging der Aufwärtstrend wieder zurück – 2006 musste die zweite Mannschaft aufgrund von Spielermangel abgemeldet werden, nachdem 2003 die Aufstiegsmöglichkeit knapp verpasst wurde.

Tobias Müller

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