Europa-Krise ist Thema unter Städtepartnern im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meissner. Feierte die Europäische Union (EU) erst vor einigen Wochen ihre Grundsteinlegung vor genau 60 Jahren mit dem Abschluss der Römischen Verträge, steht jetzt ein schwerer Schritt bevor: In drei Wochen starten die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien, welches sich 2016 per Referendum für den Brexit entschieden hatte. Doch wie ist es im Kleinen in unserer Region um den Europagedanken bestellt?

„Wir sind froh, dass die Menschen in unserer Partnerstadt nicht dem nationalistischen Gedankengut Le Pens, sondern eher dem europafreundlichen Macron die Stimmen gegeben haben – auch wenn er mit seinen wirtschaftsliberalen Absichten die französischen und europäischen Probleme sicherlich nicht lösen wird“, sagt Gustav Nolte, Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis der Partnerschaft mit Landivisiau“ in Bad Sooden-Allendorf. Gut 1100 (25 Prozent) der rund 6500 wahlberechtigten Einwohner hatten für Le Pen votiert, 3400 (knapp 75 Prozent) für Macron. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 5200 Wählern bei 80 Prozent. Künftig will der Freundeskreis auch an den Pulse-of-Europe-Kundgebungen (Hintergrund) in Kassel teilnehmen.

Auch bei der Waldkappler Vereinigung zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit ist man darum bemüht, den Europagedanken hochzuhalten. Erst am Wochenende waren 70 Gäste aus dem niederländischen Hazerswoude und dem französischen Carhaix zum Thema „Flüchtlinge für Europa, neue Herausforderung für die EU“ zusammengekommen und hatten unter anderem das Grenzdurchgangslager Friedland besucht.

„Die Herausforderung Flüchtlinge können wir nur gemeinsam als Europäer schaffen“, sagt Vorsitzender Walter Pfetzing. Gemessen an den Veranstaltungen der vergangenen Jahre habe man mehr Teilnehmer als sonst gehabt. „Vielleicht wurde der ein oder andere zum Nachdenken gebracht.“

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