Aktion der Evangelische Familienbildungsstätte

Impulse fürs Miteinander: Patenschaften sollen Unsicherheit und Einsamkeit Ende setzen

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Kennenlerngespräche der Impulspatenschaften begleitet Projektkoordinatorin Carina Stanzel, hier mit Mentor Reza Mokhatari v. l. und Mentee Kahlil Mohammed.

Einen Begleiter beim Einkaufen, Gesellschaft beim Spaziergang oder einen Helfer bei Behördengängen, das hat sich wohl insgeheim jeder schon einmal gewünscht, der sich im Behördendschungel verlaufen oder oder im Supermarkt nicht an das oberste Regal herangekommen ist.

Andere helfen wiederum gerne und setzen sich in ihrer freien Zeit für ihre Mitmenschen ein. Damit sich genau diese Menschen finden können, hat die Evangelische Familienbildungsstätte Eschwege in diesem Jahr das Projekt der Impulspatenschaften ins Leben gerufen. „Wir setzen einen Rahmen, in dem Menschen sich treffen um einander zu helfen“, berichtet Projektkoordinatorin Carina Stanzel.

In der vom Bundesfamilienministerium geförderten Initiative Menschen stärken Menschen werden Mentor und Mentee über die Evangelische Familienbildungsstätte in Verbindung gebracht und treffen sich im Rahmen des Programmes dreimal.

Individuelle Entscheidungen 

Wer zusammenkommt und passt, entscheidet Stanzel in jedem Fall individuell.

„Wenn dann die Chemie stimmt, können die Paare auch in andere Projekte eintreten“, erklärt die stellvertretende Leiterin des FBS, Birgit Elbracht. So ist eine Weiterführung der neuen Bekanntschaften innerhalb der Seniorenbegleitung, im interkulturellen Mosaik-Projekt oder der Initiative Vorlesen in Familien möglich.

Während der persönlichen Treffen der Impulspatenschaften, die jedoch gerade in der Corona-Zeit nur eingeschränkt stattfinden können, versucht ein Mentor seinem Schützling unter die Arme zu greifen. „Das kann von Einkaufshilfe über Deutschunterricht für Zugezogene bis hin zu einem Kaffeeplausch alles sein“, erklärt Koordinatorin Carina Stanzel.

Ab 18 Jahren 

Mentor kann dabei jeder werden, der seine Hilfe oder Zeit anbieten möchte und über 18 Jahre alt ist. Diese Alterbeschränkung gilt auch für den Mentee. Manche der Mentoren haben gleich mehrere Schützlinge unter ihre Fittiche genommen und lernen während des Tutorings selbst noch so einiges, berichtet Reza Mokhtari. Der gebürtige Iraner ist Mentor und selbst erst seit zwei Jahren in Deutschland. Dabei beherrscht Mokhtari die deutsche Sprache bereits so sicher, dass er selbst Hilfe anbieten kann und möchte. Deshalb engagiert sich der 45-Jährige im Rahmen der interkulturellen Mosaik-Patenschaften und auch bei den Impulspatenschaften. Momentan kümmert sich Mokhtari um drei junge Männer. Darunter ist auch der 24-jährige Khalil Mohammed, der erst seit vier Monaten in Deutschland ist.

Ob Deutschlehrer, Familienvater, Zugezogener oder Senior, jeder kann bei den Patenschaften Unterstützung anbieten oder ersuchen.

Von Kim Hornickel 

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