Exotinnen auf dem Bock

Katja Fritz und Astrid Wenkemann sind deutschlandweit die einzigen Lkw-Fahrlehrerinnen der Bundespolizei

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Leidenschaft für große Brummis: Katja Fritz ist eine von zwei LKW-Fahrlehrerinnen in ganz Deutschland. Beide Frauen arbeiten im Aus- und Fortbildungszentrum in Eschwege. Foto: Stück

Eschwege. Sie sind echte Exotinnen in Deutschland. Polizeiobermeisterin Katja Fritz (39) und ihre Kollegin Astrid Wenkemann sind die einzigen beiden Lkw- und Bus-Fahrlehrerinnen der Bundespolizei - und das in ganz Deutschland. In einer bisherigen Männerdomäne finden sich die Beiden gut zurecht.

Für Katja Fritz war der Weg zur Fahrlehrerin keineswegs vorgezeichnet. Ihre Eltern hatten beispielsweise keinen Führerschein. In ihrer Kindheit hat sie sich nur mit Bus und Zug fortbewegt. Seit ihrer Ausbildung bei der Bundespolizei hat sich das schlagartig geändert. „Ich war von Anfang an von Autos begeistert“, sagt sie. Seit über 15 Jahren ist Katja Fritz Kraftfahrerin bei der Bundespolizei. Sie besitzt alle Führerscheine und hat zehn Jahre Erfahrung auf dem Lastwagen mitgebracht, bevor sie sich zusammen mit der Kollegin für den Lehrgang zur Fahrlehrerin entschieden hat.

15 Tonnen schwer und über 20 Meter lang ist der Fahrschul-Lkw samt Anhänger. Unter der Motorhaube schlummern 441 PS. „Es macht Freude so eine große Maschine zu beherrschen“, sagt Katja Fritz. Sie freut sich, dass die neuen Brummis mehr PS haben. Berge sind jetzt einfacher zu bezwingen und auch die 115 Stundenkilometer, die die Bundespolizei in Einsätzen fahren darf, werden schneller erreicht. Bis zur Höchstgeschwindigkeit hat man siebenmal geschaltet. Die Doppel-H-Schaltung hat insgesamt 16 Gänge.

Die Lizenz für den Bus besitzt Katja Fritz auch, Lkw zu fahren und das Fahren zu vermitteln, bereiten ihr aber mehr Freude. „Als Busfahrer hat man zwar mehr Verantwortung, ein Lastwagen zu fahren verlangt aber viel mehr Präzision“, sagt die 39-Jährige. Ihren Fahrschülern - weiterhin hauptsächlich Männern - das Fahren von der Pike auf zu erklären, macht für sie den Reiz aus. Sechs Wochen dauert die Ausbildung, nach der Prüfung hat man dann den Schein. Am Anfang ist der Tag in Theorie und Praxis gleichmäßig aufgeteilt. Danach fahren die Schüler jeden Tag vier Stunden. „Unsere Fahrer sind wesentlich besser ausgebildet, als in der Privatwirtschaft“, sagt Polizeihauptkommissar Dietmar Rauch, der Leiter der Eschweger Fahrschule, die seit 2009 dem Aus- und Fortbildungszentrum in Eschwege unterstellt ist. Für den Güterverkehr muss man den Schein der Bundespolizei umschreiben lassen.

Frauen haben überzeugt

Unterschiede in der Ausbildung zwischen Männer und Frauen hat Rauch nicht festgestellt. „Am Anfang war ich skeptisch“, sagt Rauch. „Unsere beiden Fahrlehrerinnen haben aber alle Zweifel ausgeräumt.“ Katja Fritz freut das zu hören. Alles andere hätte sie auch nicht gelten lassen. Denn mehr Leidenschaft für Laster als sie, bringt auch kein Mann mit.

Von Tobias Stück

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