Sanierung des Werratalsees

Expertenrunde nimmt Stellung: Königsweg ist die Werra-Absenkung

Eschwege. Die Expertenrunde legt sich nicht auf konkrete Lösungsansätze zur Verbesserung der Wasserqualität im Werratalsee fest. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und mit den vorliegenden Daten zum See sollen keine qualifizierten Vorschläge für Maßnahmen im See gemacht werden“, schreibt das von der Eschweger Stadtverordnetenversammlung eingesetzte Gremium in seiner Stellungnahme, die am 6. Oktober veröffentlicht werden soll.

In dem 42-seitigen Report ist aber auch zu lesen: „Die Königsmaßnahme wäre eigentlich die Wasserspiegelabsenkung der Werra.“ Wirtschaftliche Aspekte werden anschließend als Hinderungsgrund aufgeführt.

Die Autoren teilen nicht die im Schuller-Gutachten Ende vergangenen Jahres geäußerten Befürchtungen, dass der See in naher Zukunft umkippen könne. „Diese Prognosen sind spekulativ“, heißt es dazu. Und weiter: Das von Christian Schuller beschriebene Szenario sei im Werratalsee gegenwärtig nicht zu erwarten. „Deshalb überzeichnet der Begriff „Umkippen des Werratalsees“ die Situation und baut einen Handlungsdruck auf, der so nicht besteht.“

Die bisher umgesetzten Rettungsaktionen finden die Zustimmung der Gutachter. Die Kanalsanierung im Meinharder Ortsteil Schwebda wird ebenso befürwortet wie die Reduzierung des Fischbestandes im See.

Zu den Ursachen der Nährstoffübersättigung, aus der die massenhafte Entwicklung der Cyanobakterien entsteht, zählen die Fachleute den Schadstoffeintrag aus der Werra. Dieser Austausch entsteht, weil der höhere Wasserstand des Flusses die Fließrichtung in den See verursacht. Verhindert beziehungsweise reduziert werden könnte der durch Anhebung des Seespiegels, durch Absenkung des Wasserstandes in der Werra oder mit der Abdichtung des Dammes zwischen den beiden Gewässern.

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