Experten vor Ort sind optimistisch, dass Kreis von neuer Bundesregierung profitiert

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Werra-Meißner/Berlin. Das Bundeskabinett, das am Mittwoch in Berlin vereidigt wurde, stimmt Fachleute aus dem Werra-Meißner-Kreis vorsichtig optimistisch.

StefanReuß

„Viele unserer Forderungen der vergangenen Jahre finden sich im Koalitionsvertrag wieder“, sagt etwa Landrat Stefan Reuß. Als Beispiele nennt er den angedachten flächendeckenden Ausbau mit Gigabitnetzen bis 2025. „Die weißen Löcher müssen erschlossen werden.“

Hoffnungen setzt Reuß zudem in eine unkompliziertere Förderung des Breitbandausbaus und des mobilen Arbeitens, den Aufbau eines digitalen Bürgerportals für Verwaltungsdienstleistungen sowie das neue Projekt „Smarte Modellregion“, das ländliche Regionen bei Fragen des demografischen Wandels unterstützen soll. Zur neuen Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU) will sich Reuß noch kein Urteil erlauben. „Wichtig wird die Abgrenzung der Aufgaben und die tatsächliche Zuständigkeitsverteilung.“ Vermutlich würde das Verkehrsministerium von Andreas Scheuer (CSU) Ansprechpartner für den Infrastrukturausbau.

AndreasNickel

„Der Ausbau der Digitalisierung ist für die Entwicklung des ländlichen Raums besonders wichtig“, bestätigt Andreas Nickel, Sprecher der Bürgermeister im Kreis. „Bisher wurden wir von Wirtschaft und Bund alleine gelassen. Da erwarte ich eine deutliche Änderung.“ Den neuen Finanzminister Olaf Scholz hält Nickel „für einen intelligenten und kühlen Kopf. Das Finanzressort passt zu ihm.“ Er traut Scholz zu, das Geld im Bundeshaushalt mit Augenmaß zu verteilen, die schwarze Null zu halten und in Zeiten voller Kassen auch Kredite abzuzahlen. Ein weiteres wichtiges Themen für das Finanzressort sei die direkte Förderung des Bundes von Kinderbetreuung und Schulen, die erstmals möglich ist. Das könne einen weiteren Schub im Kreis bringen.

RobertKunz

Viel erhofft sichRobert Kunz, stellvertretender Kreishandwerksmeister und Obermeister der Bau-Innung Werra-Meißner von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der sich als „Mittelstandsminister“ bezeichnet. Daher sei er gerade für das Handwerk im Amt „ganz gut aufgehoben“. Am wichtigsten sei aus Sicht des Handwerks, dass die tariflichen Löhne für die Arbeitnehmer angeglichen werden. Solange es noch ein Ost-West-Lohngefälle bei acht bis zehn Prozent gebe, seien die Handwerksbetriebe im Werra-Meißner-Kreis gegenüber den Unternehmen aus dem benachbarten Thüringen nicht konkurrenzfähig – vor allem bei größeren Projekte im Osten. (sff/fst/nde)

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