Augenzeugen schildern dramatische Szenen

Mindestens 26 Tote bei Terroranschlägen in Brüssel

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Brüssel - Am Flughafen von Brüssel haben sich zwei Explosionen ereignet. Belgischen Medien zufolge kamen mehrere Menschen ums Leben, mehrere wurden verletzt.

12.48 Uhr: Im Brüsseler Flughafen sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga Waffen gefunden worden. Eine offizielle Bestätigung gebe es aber nicht. Der Sender RTBF berichtete, in der Abflughalle sei eine Kalaschnikow gefunden worden. Die Evakuierung des Flughafens gehe derweil weiter.

Bisher keine Hinweise auf deutsche Opfer

12.30 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat bislang keine Informationen, dass Deutsche unter den Opfern der Terroranschläge von Brüssel sein könnten. Dies könne aber nur eine Zwischenbewertung sein, sagte der Minister am Dienstag in Berlin. „Wir wissen nicht einmal, ob die Lage abgeschlossen ist.“ Es gebe bisher auch keine Hinweise auf einen Deutschland-Bezug der Täter von Brüssel, sagte de Maizière. Die deutschen Behörden stünden in engem Kontakt mit den belgischen Kollegen.

De Maizière wies darauf hin, dass erfolgreiche Maßnahmen wie Festnahmen möglicherweise dazu führten, dass der Terrorismus Gewalt noch stärker ausübe und als Reaktion darauf extra Anschläge begehen könnte. „Das darf niemanden davon abhalten, den Kampf gegen den Terrorismus rechtsstaatlich, aber entschlossen und hart zu führen. Ein Zurückweichen darf es nicht geben.“

12.19 Uhr: Das belgische Rote Kreuz hat zum Blutspenden aufgerufen. Gesucht werden Spender mit den Blutgruppen A und Null mit dem Rhesusfaktor Negativ, teilte die Organisation am Dienstag auf ihrer Internetseite und auf Twitter mit. Spender sollten sich allerdings nicht in Brüssel melden, sondern in der Region Wallonie im südlichen Teil Belgiens.

12.16 Uhr: Bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen sind am Dienstag elf Menschen getötet und 81 verletzt worden. Das sagte Gesundheitsministerin Maggie De Block, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Bisher war laut Medienberichten von 13 Toten am Flughafen die Rede gewesen.

12.15 Uhr: Die Taxis in der Stadt fahren gratis. Das berichtet der belgische Fernsehsender VRT. Der belgische Taxiverband Febet rief seine Mitglieder über Twitter dazu auf, Menschen aus den betroffenen Gebieten zu fahren.

12.14 Uhr: Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter hat nach den Terroranschlägen in Brüssel vor übereilten politischen Reaktionen gewarnt. „Da hilft kein Aktionismus“, sagte Peter am Dienstag in einem ARD-Interview. Die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden müsse sicherlich verstärkt werden. Es dürfe aber nicht sein, „dass wir Grenzen abriegeln, unsere Freiheit und die offene Gesellschaft in Frage stellen“, sagte die Parteichefin, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge in Brüssel aufhielt.

Augenzeugen berichten von "unbeschreiblichem Chaos"

12.12 Uhr: Augenzeugen haben dramatische Szenen bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventem geschildert. „Alles stürzte herunter, Glas, es war ein unbeschreibliches Chaos“, sagte der 40-jährige Belgier Jef Versele aus Gent der Nachrichtenagentur PA. „Die Bombe kam von unten und ging durch das Dach, es war gewaltig. Ungefähr 15 Fenster in der Eingangshalle wurden einfach rausgesprengt.“

Jordy van Overmeir war aus Bangkok nach Brüssel geflogen und holte sein Gepäck, als er einen Knall hörte. „Ich dachte erst, da sei ein Koffer runtergefallen“, sagte er dem britischen Sender Sky News. „In der Ankunftshalle habe er Rauch gerochen und Glas und Blut gesehen. „Dann ging ich aus dem Flughafen auf den Parkplatz und da sah ich Menschen mit Kopfverletzungen, weinende Menschen, mehr Blut und auf der Straße überall Glas.“

12.10 Uhr: Die Flaggen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel wehen auf Halbmast.

11.32 Uhr: In der belgischen Hauptstadt Brüssel hat es nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga eine weitere Explosion gegeben. Sie habe sich am Dienstagvormittag nahe der Rue de la Loi ereignet - das ist in der Nähe der U-Bahnstation Maelbeek, in der es bereits eine Explosion mit mindestens zehn Toten gegeben hatte.

11.28 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk hat die Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn als "Terroranschläge" bezeichnet. Er sei "entsetzt über die Bombenanschläge" am Flughafen von Zaventem und in einer U-Bahn-Station im Europaviertel, erklärte Tusk am Dienstag. Die Anschläge seien ein weiterer Tiefpunkt im Vorgehen "von Terroristen im Dienste von Hass und Gewalt".

11.26 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt ihren Fernverkehr in die belgische Hauptstadt vorerst ein. Betroffen seien zunächst die für Dienstag geplanten drei ICE-Verbindungen von Köln über Aachen nach Brüssel und zurück, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Züge fahren demnach nur bis Aachen und kehren dann um.9.57 Uhr: Laut dem Sender Sky News ereignete sich eine der Explosionen am Brüsseler Flughafen am Schalter von American Airlines.

9.54 Uhr: 

Die niederländische Tageszeitung De Volkskrant berichtet, die Sicherheitswarnstufe in den Niederlanden werde ebenfalls angehoben.

9.50 Uhr: Belgische Medien berichten, die Explosionen am Flughafen seien durch Selbstmordattentäter ausgelöst worden. Diese Informationen sind bislang unbestätigt.

9.48 Uhr: Die belgische Regierung hat eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es: "Heute Morgen gegen acht Uhr gab es zwei Explosionen in der Abflughalle des Flughafen Zaventem. Die Möglichkeit eines Anschlags wird derzeit untersucht. Angesichts der Explosionen sind Opfer zu beklagen. Oberste Priorität für Behörden und Rettungsdienste ist die Hilfe für die Opfer und die Absicherung des Umkreises. Ein landesweiter Notfallplan wurde in Kraft gesetzt und ein Notfalltelefon eingerichtet, um Angehörigen und Reisenden Auskunft zu erteilen (Nummer 1771). Bürger sind aufgefordert, sich dem Flughafen nicht zu nähern. Die Behörden haben angesichts der Explosionen eine neue Analyse der Bedrohungslage vorgenommen. Für Belgien gilt nun Terrorwarnstufe vier, insbesondere für internationale Bahnhöfe, U-Bahnen, Flughäfen, Nuklearanlagen und den Hafen von Anvers. Ein nationaler Sicherheitsrat wird im Laufe des Tages zusammengerufen. Die belgische Regierung spricht den Opfern und ihren Familien ihre Unterstützung aus. Die Regierung wird sich bei weiteren Entwicklungen erneut zum Stand der Dinge äußern."

9.42 Uhr: Der Frankfurter Flughafen richtet sich darauf ein, umgeleitete Passagierjets aus der belgischen Hauptstadt aufzunehmen. Eine erste Maschine der österreichischen Gesellschaft Austrian Airlines sei bereits nach Frankfurt dirigiert worden, berichtete ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Dienstag. Es sei zudem damit zu rechnen, dass die sieben geplanten Starts nach Brüssel abgesagt würden. Zu Sicherheitsmaßnahmen in Frankfurt wollte sich der Fraport-Sprecher nicht äußern. Sie seien auf der höchsten Stufe und würden eng mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt. Vor Ostern steigen die Passagierzahlen am größten deutschen Flughafen bereits stark an.

9.33 Uhr: Belgischen Medien zufolge wurde der Brüsseler Hauptbahnhof evakuiert. Laut der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft Stib wurden alle Metro-Stationen geschlossen.

9.29 Uhr: Die Krankenhäuser in der belgischen Hauptstadt haben sich auf die Aufnahme zahlreicher Verletzter eingestellt. Ein Notfall-Plan sei aktiviert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Explosion in Brüsseler U-Bahn

9.27 Uhr: Der belgische Sender La Première berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, es habe eine Explosion in der Station Maelbeek im Herzen des EU-Viertels gegeben. Laut dem TV-Sender Euronews wurden auch dort mehrere Menschen verletzt.

9.22 Uhr: Die belgische Regierung hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Dies sagte ein Sprecher von Innenminister Jan Jambon am Dienstagvormittag nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga.

9.20 Uhr: „Wir hoffen, gegen 9.30 Uhr mehr Informationen zu haben“, sagte ein Polizei-Sprecher der Nachrichtenagentur Belga.

Hinweise auf Anschlag verdichten sich

9.17 Uhr: Eine belgische Nachrichtenagentur berichtet von Schüssen, die Zeugen vor den Explosionen gehört haben wollen. Eine Person habe etwas auf Arabisch gerufen. Damit verdichten sich die Hinweise auf einen Anschlag.

9.15 Uhr: Mehrere belgische Medien berichten jetzt unter Berufung auf die Feuerwehr von mehreren Toten und etlichen Verletzten.

9.07 Uhr: Auch am Frankfurter Flughafen werden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Man beobachte die Situation sehr genau, sagte Sprecher Christian Altenhofen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Beamten würden sensibilisiert und die Streifen in bestimmten Bereichen verstärkt. Nähere Einzelheiten wolle man aus taktischen Gründen nicht nennen. Die Bundespolizei überwacht die deutsche Außengrenze am Flughafen mit rund 2500 Beamten.

9.00 Uhr: Für den Fall, dass es sich um einen Anschlag handelte, spekulieren Experten über einen Zusammenhang mit der Festnahme mit dem mutmaßlichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam am Freitag in Brüssel. In Brüssel gilt seit den Pariser Anschlägen im November eine erhöhte Terrorwarnstufe. Mehrere der islamistischen Attentäter stammten aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der seitdem im Visier der Ermittler steht. Abdeslam soll mit mehreren Komplizen weitere Attentate in Brüssel geplant haben.

8.50 Uhr: Die Flüge zum Brüsseler Flughafen Zaventem sowie Züge werden umgeleitet. Das berichtete der Sender La Première am Dienstag unter Berufung auf die belgische Flugaufsichtsbehörde Belgocontrol.  Die Zufahrtswege zum Flughafen in der Gemeinde Zaventem im Norden Brüssel wurden gesperrt, um den Weg für Rettungskräfte frei zu machen. Ein Notfallplan wurde aktiviert.

8.45 Uhr: Die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete, es habe mindestens einen Toten und mehrere Verletzte gegeben. Der belgische Rundfunk berichtete von elf Toten und mehreren Verletzten.

8.40 Uhr: Auch der Zugverkehr wird eingestellt.

8.33 Uhr: Eine Augenzeugin will einen verdächtigen Gegenstand bemerkt haben. Das wurde jedoch bislang nicht bestätigt. 

8:32 Uhr: Fernsehbilder zeigten Rauch aus dem Flughafenterminal aufsteigen, dessen Fenster zersplittert waren. Der Flughafen wird evakuiert. Passagiere aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, wie eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Keiner wusste was passiert. Es herrschte totale Verwirrung." Der Flugverkehr wurde unterbrochen. 

8:30 Uhr: Am Brüsseler Flughafen Zaventem ist es am Dienstagmorgen gegen acht Uhr zu zwei Explosionen gekommen. Sie sollen sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga in der Abflughalle ereignet haben. Die Hintergründe sind derzeit völlig unklar. Es könnte sich um eine Bombe oder einen technischen Defekt handeln.

hn/afp/dpa

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