Fachtag für die  Volkskrankheit Diabetes in Eschwege

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Alltag für zahlreiche Diabetespatienten: Durch die Messung wird der Blutzuckerwert bestimmt.

Eschwege. Diabetes ist eine Volkskrankheit. Etwa sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der im Volksmund als Zucker bekannten Krankheit. Am Samstag veranstaltet die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Eschwege eine Fachtagung in der Eschweger Stadthalle. Gleichzeitig feiert sie ihr 30-jähriges Bestehen.

Wer ist am Samstag angesprochen?

Angesprochen sind Betroffene der beiden häufigsten Diabetes-Typen I und II. Außerdem gibt es auch für Angehörige und Interessierte zahlreiche nützliche Informationen. Auch mögliche Präventionsmaßnahmen werden erklärt. „Wir wollen über alle Fragen der diabetischen Erkrankung informieren und dabei helfen, Folgeschäden zu reduzieren oder zu vermeiden“, sagt Monika Heydrich, Gruppenleiterin der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Eschwege.

Wie unterscheiden sich denn die beiden Diabetes-Typen?

Typ-1-Diabetes beginnt meist schon im Kindes- oder Jugendalter. Hierbei tritt ein absoluter Mangel an dem körpereigenen Hormon Insulin auf. Ursache ist meist eine Fehlreaktion des Immunsystems, wodurch Insulin produzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel und die Patienten müssen sich Insulin spritzen. Etwa zehn der Diabetiker leiden an diesem Typus.

Typ-2-Diabetes wird durch ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung begünstigt. Der ungesunde Lebensstil führt durch verschiedene Mechanismen dazu, dass sich zu viel Glukose im Blut befindet. Die meisten Zuckerkranken leiden an Typ-2-Diabetes. Neben regelmäßiger körperlicher Aktivität und einer gesunden Ernährung helfen spezielle Medikamente, den Blutzucker in den Griff zu bekommen. Manchmal sind aber auch bei Typ-2-Diabetes Insulinspritzen notwendig. 90 Prozent der Erkrankten sind von Typ II betroffen.

Was erwartet die Besucher in der Stadthalle?

Die Besucher erwarten den ganzen Tag über Fachvorträge von Medizinern. Der Diabetologe Dr. Heinz Berkermann vom Klinikum Werra-Meißner führt in das wissenschaftliche Programm ein. Nach Mittagspause und Ausstellung werden am Nachmittag die Themen Gefäßproblematik, Augenkomplikationen und der diabetische Fuß diskutiert. Auch der Orthopädieschuhmachermeister Peter Häring kommt zu Wort.

Gibt es außer den Fachvorträgen noch ein weiteres Programm?

Ja, dem Diabetikertag ist eine Fachausstellung der pharmazeutischen Industrie angegliedert. Sanitätshäuser, Krankenkassen oder Pharma- und Medizinbedarfsunternehmen stellen in der Stadthalle aus. Außerdem finden eine Fußdruckpunktmessung und eine Laufanalyse statt.

Wer organisiert den fünften Eschweger Diabetikertag?

Der Diabetikertag geht auf die Idee der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Eschwege zurück. Sie feiert am Samstag gleichzeitig das 30-jährige Bestehen. Es ist bereits die fünfte Veranstaltung dieser Art. Schon seit 1998 findet dieser Fachtag im Fünf-Jahres-Rhythmus in Eschwege statt. Unterstützung erfährt die Selbsthilfegruppe von der Apothekerschaft Werra-Meißner und dem Klinikum Werra-Meißner. Die wissenschaftliche Leitung hat Dr. Heinz Berkermann übernommen.

Wann geht’s am Samstag los?

Die Eröffnung und Begrüßung von Monika Heydrich beginnt um 10 Uhr. Es folgen Grußworte. Von 10.30 Uhr bis 10.45 Uhr führt Berkermann in das wissenschaftliche Programm ein. Danach folgen die Fachvorträge. Um 12 Uhr ist Mittagspause. Das Ende ist für 16 Uhr vorgesehen.

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