Triennale macht am Wochenende auch in Wanfried und Eschwege Station

Fachwerk ist Kulturgut

Eschwege/Wanfried. Fachwerkhäuser erzählen Stadtgeschichte und sind Kulturgut. Viele haben Stadtbrände oder Abrisswellen überstanden, doch das Kulturgut ist bedroht. Heute heißt der Gegner demografischer Wandel und ist die Gegenüberstellung von Geburten und Sterbefällen. Es ist ein Zahlenwerk, aber die Auswirkungen sind harte Fakten. Die Fachwerktriennale 2012 zeigt, welche Lösungen die 23 Teilnehmerstädte, darunter Eschwege und Wanfried dagegen haben.

In Eschwege geht man spätestens seit 2003 und als ein Gewinner des Wettbewerbes „Ab in die Mitte“ mit strategischer Planung gegen das drohende Aussterben der Innenstadt vor. 2005 wurde mit der Erarbeitung eines Stadtumbaukonzeptes begonnen, 2006 ging das interkommunale Entwicklungskonzept „Region mittleres Werratal“ an den Start. Ein Gestaltungsbeirat ist seitdem im Dialog mit Bürgern, Eigentümern und Investoren. „Wir erhöhen die Qualität unserer Stadt, weil wir gemeinsam entscheiden, was nötig ist“, sagte Engelbert Thielemann, Fachbereichsleiter Planen und Bauen. Für Eschwege ist es nach 2009 die zweite Teilnahme an der Triennale, damals scheiterte das Projekt Marktplatzkarree.

Die neuen Projekte sind bereits ganz oder teilweise umgesetzt und damit haben Stadt und Bürger ihr Ziel erreicht. „Wo sich der Bürger wohl fühlt, er einkauft, wohnt und lebt, werden auch die Touristen gern vorbeischauen, werden sich Neubürger ansiedeln“, sagte Prof. Gerner zu den gelungenen Eschweger Projekten, darunter der Umbau des historischen Gebäudes Brühl 6 zur attraktiven Wohnanlage in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. Barrierefrei und für Menschen mit seelischen Erkrankungen gemacht, die dort leben und wohnen wollen, wo andere ganz selbstverständlich ihrem Tagesgeschäft nachgehen. Während der Triennaleveranstaltung am morgigen Freitag diskutieren Dr. Helga Jäger, hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Engelbert Thielemann, Wolfgang Conrad, Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Prof. Philipp Krebs vom Büro Foundation 5+ aus Kassel, Michael Triebswetter, Landschaftsplanungsbüro und der Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag im Rathaussaal mit Dr.-Ing. Uwe Ferber vom Begleitbüro der Triennale.

Wanfried wird sich am Samstag, 20. Oktober, erstmals bei der Fachveranstaltung im Bürgersaal des Hotels Zum Schwan präsentieren. Das Fachwerkmusterhaus wird an diesem Tag der Bürgergruppe zur Ausgestaltung übergeben.

Die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser tritt unter dem Titel „Wanfried handelt! - das Bürgergruppenmodell“ an. „26 Objekte konnte sie bislang aktiv vermitteln, über 1,3 Millionen Euro Umsatzplus hat das hiesige Handwerk zu verzeichnen“, sagte Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

„Davon sollen auch andere Fachwerkstädte profitieren“, so Prof. Gerner. Denn Ziel der Triennale bleibe die Übertragbarkeit eines Projektes, man müsse „glückliche Fügungen“ und positive Impulse aufgreifen und sie durch gute Planung, genaue Ziele und gute Kommunikation für die Fachwerkstädte nutzen. Anmeldungen zu den Veranstaltungen unter: www.fachwerktriennale.de

Von Diana Wetzestein

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