Kreisstadt gibt jährlich 2,3 Millionen für Kinderbetreuung aus

Mit Familienförderung für den Standort Eschwege werben

Gute Familienpolitik: Christel Gottmann kann beruhigt zur Arbeit gehen, während Tochter Sharyhan in der Kindertagesstätte in Eschwege betreut wird. Foto: Sagawe

Eschwege. Fast 2,3 Millionen Euro gibt die Stadt Eschwege pro Jahr für die Betreuung von Kindern in den Tagesstätten aus. Bildung und Erziehung sind weitere Schwerpunkte der städtischen Familienpolitik.

Knapp 400 000 Euro stehen dafür im Haushaltsplan. „Familien müssen per se gefördert und unterstützt werden“, sagt Erster Stadtrat und Sozialdezernent Reiner Brill. Und der Kämmerer weiß: „Familienpolitik ist nicht nur Sozial-, sondern auch Standortpolitik; Familien bringen Geld in die Kommune.“

Brill führt als Beispiele die wachsende Kaufkraft, Investitionstätigkeit und Schlüsselzuweisungen an. „Familien stellen das Arbeitskräftepotenzial“, sagt der Sozialdemokrat. Damit Eltern aber als Arbeitskräfte verfügbar sind, müssten Kinder betreut werden. In Eschwege gibt es zehn Kindertagesstätten. Acht der Einrichtungen gehören der Stadt, sieben davon werden von freien Trägern betrieben. Für alle zehn Einrichtungen zahlt die Stadt den Anteil der Betriebskosten, der nicht vom Elternbeitrag finanziert werden kann. Das ist der weit überwiegende Teil.

Christel Gottmann und ihre vier Kinder beispielsweise profitieren vom umfänglichen Betreuungsangebot der Kreisstadt. „Ich könnte sonst nicht arbeiten“, sagt die 46-Jährige. Ihre vierjährige Tochter Sharyhan wird in der von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Tagesstätte am Himmelreichsgraben betreut, während die alleinerziehende Mutti arbeitet. Gottmanns drei ältere Kinder sind regelmäßige Besucher des Sozialen Stadtteilladens auf dem Heuberg. Mit 90 000 Euro pro Jahr beteiligt sich die Kreisstadt an der Finanzierung des Projektes in dem Stadtteil.

Fast 900 Kinder partizipieren in der Kreisstadt Eschwege von den manigfaltigen Angeboten. Krippenplätze, Tagespflege, Tagesstätten und Betreuung für Grundschüler zählen dazu.

Von Harald Sagawe

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