Familienzwist im Schützenheim eskaliert: Frau schlägt Schwägerin  Tasse ins Gesicht

Eine 29-jährige Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis soll beim Königsschießen des örtlichen Schützenvereins ihrer eigenen Schwägerin mehrfach mit einer Kaffeetasse ins Gesicht geschlagen haben.

So lautete die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft für den Prozess gestern vorm Eschweger Amtsgericht. Am Ende einigten sich alle Parteien auf eine Einstellung des Verfahrens „des Familienfriedens willen“, wobei die Angeklagte eine Zahlung von 500 Euro an das Opfer und 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung als Auflage erhielt.

Der Eskalation beim Kaffeekränzchen voraus, das bestätigten beide Seiten, ging ein schon länger schwelender Familienzwist. „Wir waren früher gut befreundet. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass sich meine Schwägerin verändert hat. Sie hat mir nicht einmal erzählt, dass sie eine neue Arbeitsstelle hat. Wir hatten dann keinen Kontakt mehr, so jemanden brauche ich nicht“, sagte die Angeklagte.

An dem besagten Tag sei sie mit ihren beiden Kindern und der Schwiegermutter ins Schützenheim gekommen. „Wir haben uns an einen Tisch gesetzt, wo auf einem einzelnen Stuhl noch eine Handtasche stand. Die habe ich weggeräumt. Ich wusste nicht, dass sie meiner Schwägerin gehört“, so die Beschuldigte. Diese sei dann wieder zum Tisch gekommen und habe sie weggedrückt, um den Platz zurückzuerobern. „Ich habe dann dagegengehalten. Danach hat sie mir eine mit der flachen Hand gescheuert. Als Reaktion habe ich kalten Kakao aus der Tasse in meiner Hand ins Gesicht geschüttet, dadurch ist dann wohl die Porzellantasse in ihr Gesicht geflogen. Mehrere Schläge gab es aber nicht“, sagte die Frau.

Laut ihrer Schwägerin war die Aktion mit dem Kakao die erste. Im Affekt habe sie dann eine Backpfeife verteilt und in der Folge vier- oder fünfmal die Tasse ins Gesicht geschlagen bekommen. „Ich hatte Angst um meine Familie und meine Kinder, auch in den Wochen danach“, berichtete die 42-Jährige. Im Krankenhaus wurden bei ihr ein Schädel-Hirn-Trauma und Hämatome festgestellt, vor Ort fiel sie gar in Ohnmacht. Auch sie gab an, dass schon länger Funkstille zwischen ihr und ihrer Schwägerin herrschte – obwohl ihre beiden Männer ja Brüder seien. Zu allem Überfluss wohnen die zwei Familien Grundstück an Grundstück in einem kleinen Dorf, und die je zwei Kinder sind im ungefähr gleichen Kindergarten- beziehungsweise Grundschulalter.

Bevor es zur Einstellung des Verfahrens kam, wurden noch zwei weitere Zeugen angehört. Die machten aber nicht gar so konkrete Angaben zu dem Handgemenge, dass sich bereits im August 2018 ereignet hat. Von der Staatsanwaltschaft initiiert zeigten sich auch Gericht, Verteidigung und Angeklagte einverstanden mit der Idee, den Prozess zu beenden– „des Familienfriedens willen“.

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