Teilhabepaket: 96 Prozent der Bedürftigen beantragen Leistungen

Fast alle Kinder im Kreis wollen Bildung

Eschwege. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, für die Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket beansprucht werden, ist im Werra-Meißner-Kreis deutlich gestiegen.

Zuletzt erreichte die Quote 96 Prozent. „Um den Kreis der Anspruchsberechtigten zielgerichtet zu erreichen, wurde der Flyer mit allgemeinen Kundeninformationen zum Bildungs- und Teilhabepaket ins Russische und Türkische übersetzt“, erklärt Landrat Stefan Reuß.

Auf der Internetseite des Werra-Meißner-Kreises und auf Handzetteln wird jede einzelne Leistung des Paketes angeboten. Voraussetzung und das Antragsverfahren sind anschaulich beschrieben.

Knapp 1900 Kinder haben im Werra-Meißner-Kreis Anspruch auf Leistungen. Noch im Herbst vergangenen Jahres berichtete Ilona Friedrich, Leiterin des Fachbereichs Soziales, dass lediglich zwei Drittel davon auch Gebrauch machen würden. Würden die Leistungen herausgerechnet, die automatisch gezahlt werden, wenn sich der Anspruch beispielsweise aus dem Hartz-IV-Bezug ergibt, sank die Quote auf 55 Prozent. Dennoch lag der Wert über dem Durchschnitt in Hessen.

Dass neben der starken Inanspruchnahme des Schulbedarfs Zuschüsse zur Mittagsverpflegung sowie zu Ausflügen und Klassenfahrten beantragt würden, sei auffällig. „Erfreulich ist, dass sowohl die Mitgliedschaft in Vereinen als auch die Teilnahme am Musikunterricht und an Ferienfreizeiten immer mehr in Anspruch genommen wird“, so Reuß.

Das Bildungs- und Teilhabepaket wird angeboten, um bedürftigen Kindern und Jugendlichen Freizeitaktivitäten zu ermöglichen. Leistungen, wie beispielsweise Nachhilfe oder Klassenfahrten, sollen finanziert werden. Ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 100 Euro für Schulbedarf wird Hartz-IV-Beziehern automatisch ausgezahlt, die übrigen Leistungen müssen explizit beantragt werden.

Von Harald Sagawe

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