Ende des Ramadans in Corona-Zeiten

Imam Bakri Khdeir Eschwege
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Führte durch das Fastenbrechen: Imam Bakri Khdeir, der hervorhob, wie wichtig die Einhaltung der Maßnahmen während des Ramadan war.

Zum Zuckerfest, dem Fastenbrechen nach dem ramadan, hatte der islamische Kulturverein am Sonntag auf die Eschweger Torwiese eingeladen.

Eschwege. Gebetsteppich mitbringen, hieß es am Sonntagmorgen auf der Torwiese in Eschwege. Der Islamische Kulturverein hatte zum Fest des Fastenbrechens oder Zuckerfest auf die Torwiese in Eschwege eingeladen, und die Sonne kam nach einer regenreichen Nacht sogar pünktlich zum Gebet wieder hervor. Mit dem Fastenbrechen feierten die Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan. Eine Stunde nach Sonnenaufgang begann das Festgebet, das nach prophetischem Vorbild auf einem Platz unter freiem Himmel stattfinden kann.

Ordner empfingen Besucher am Tor

In Corona-Zeiten galten natürlich auch hier besondere Maßnahmen. Ordner in gelben Westen empfingen die Besucher am Tor einzeln zum Hände desinfizieren und achteten im weiteren Verlauf sehr genau auf die Distanzregeln. Alle Teilnehmer mussten Masken tragen. Auf dem Sportplatz zeigten weiße Markierungen, die nach Mekka wiesen, und in einem Abstand von je zwei Metern aufgeklebt waren, wo jeder Gläubige beim Gebet sitzen und stehen durfte.

Viele Muslime aus weiteren Kreis kamen

Wie viele Muslime die Gelegenheit nutzten, endlich einmal wieder gemeinsam zu beten, überraschte dann sogar Dr. Itmeizeh Itmeizy vom Vereinsvorstand. Nicht nur aus Eschwege trafen Besucher ein, sondern aus dem weiteren Umkreis, aus Mühlhausen oder Witzenhausen. Viele von ihnen hatten sich festlich gekleidet. Und auch eine Gruppe Frauen betete mit. „Der Ramadan ist für Muslime eine besinnliche Zeit, etwa wie Weihnachten für Christen“, erklärte Dr. Itmeizeh Itmeizy. „Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darf man weder essen noch trinken und auch nichts Schlechtes reden. Mit dem Fastenbrechen feiern wir, dass wir diese Zeit ausgehalten haben – und von nun an darf man auch wieder genießen.“

Gebet und Predigt auf Arabisch 

Gebet und Predigt hielt Imam Bakri Khdeir auf Arabisch. Anschließend wandte sich der Verein auf Deutsch an die Besucher und hob hervor, wie wichtig es den muslimischen Gemeinden in den vergangenen Wochen war, dass sie sich auch im Ramadan an die Abstandsregeln und Corona-Maßnahmen gehalten und nicht auf Lockerungen gedrängt haben.

Deshalb musste an diesem Morgen auch die traditionelle Begrüßung per Handschlag nach dem Gebet entfallen. Anschließend ging es zurück in die Familien, wo das Ende des Fastenmonats traditionell mit einem Essen und vielen Süßigkeiten gefeiert wird.

Weitere Fotos gibt es hier. 

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