Finanzspritze für Feuerwehrneubau

FDP Meinhard fordert 175 000 Euro zusätzlich, um Friedaer Wehr zu entlasten

Noch im Rohbau: das neue Feuerwehrgerätehaus in Frieda neben der Weinberghalle. Die Feuerwehr hat seit dem Frühsommer bereits fast 1400 Stunden in Eigenleistung erbracht, 7000 sollen es werden.
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Noch im Rohbau: das neue Feuerwehrgerätehaus in Frieda neben der Weinberghalle. Die Feuerwehr hat seit dem Frühsommer bereits fast 1400 Stunden in Eigenleistung erbracht, 7000 sollen es werden.

Die zur Verfügung stehenden Mittel für den Feuerwehrneubau im Meinharder Ortsteil Frieda sollen um 175 000 Euro auf 775 000 Euro aufgestockt werden. Einen entsprechenden Antrag will die FDP-Fraktion heute Abend in die Sitzung der Gemeindevertretung einbringen.

Frieda - Als Hauptgrund nennt die FDP die Entlastung der Einsatzkräfte aus Frieda, die sich zu 7000 Stunden Eigenleistung verpflichtet hat. Mit den zusätzlichen Mitteln soll, so Fraktionssprecher Helmut Wagner, zum einen verhindert werden, dass in Frieda eine Bauruine entsteht, außerdem sollen „die wertvollen Kräfte“ der Feuerwehrleute aus Frieda nicht verschlissen werden. Denn die freiwillige Wehr des Ortsteiles hatte sich zu den 7000 Stunden Eigenleistung verpflichtet, was einer sechsstelligen Summe entspricht, um die Kosten für den Neubau so gering wie möglich zu halten.

Deckel auf Kosten

Das seinerzeit mit den Planungen des Feuerwehrgerätehauses beauftragte Architekturbüro Luther hatte den Bau mit einer knappen Million Euro kalkuliert – damals für die Gemeinde nicht zu stemmen. In einem langwierigen Diskussionsprozess zwischen Gemeinde, Planern und der Friedschen Wehr waren die Kosten dann auf 600 000 Euro gedeckelt worden.

Feuerwehr macht Innenausbau in Eigenleistung

Seit dem Frühsommer diesen Jahres steht der Rohbau an der Leipziger Straße in Frieda und die Feuerwehrleute arbeiten am Innenausbau, ziehen Leitungen, bauen Trockenwände, legen Fliesen, sollen demnächst die Fenster einbauen. „Wir haben bereits 1382 Stunden geleistet“, berichtet Friedas Feuerwehrchef René Dittmann. Davon wurden allein 900 Stunden für Elektroarbeiten im Wert von knapp 70 000 Euro geleistet. Während eine Baufirma derzeit das Dach des Gebäudes schließt, fehlen bisher Fenster und die beiden Rolltore, weil die Lieferungen auf sich warten lassen.

„Wir wollen gern vor dem Winter vor allem mit den Fahrzeugen rein, weil die Tanks haben und einfrieren können“, sagt Dittmann. Zu dem Antrag der FDP, die Mittel aufzustocken, sagte Dittmann: „Was wir uns damals schöngerechnet haben, müssen wir jetzt draufschlagen.“

Bürgermeister: Geld in die Hand nehmen

Ähnlich scheint das auch Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill zu sehen. „Wenn es der politische Wille ist, dass wir die Feuerwehrleute nicht überanspruchen, dann müssen wir Geld in die Hand nehmen“, sagte Brill auf Anfrage der WR. „Der Markt hat inzwischen die Kalkulation des Architekten bestätigt“, so Brill. Bei der Planung habe die Gemeinde einen Deckel auf die Kosten machen müssen. „Dann müssen wir den Deckel eben jetzt wieder aufmachen.“ Eine Aufstockung um 150 000 Euro halte er für „vernünftig“. Denn auch Brill räumt ein, dass das „ein dickes Brett ist, das die Feuerwehr da bohren muss“. Wenn das Parlament einer Erhöhung des Kostenrahmens zustimmt, dann könne die Gemeinde weitere Gewerke vergeben.

Feuerwehr Schwebda braucht ebenfalls neues Gerätehaus

Doch auf die Gemeinde Meinhard kommt gleich die nächste Baustelle zu – der Ortsteil Schwebda muss ebenfalls ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen. Teile des alten wurden bereits vom Tüv stillgelegt. Die kalkulierten Kosten der Architekten liegen hierfür bei 1,2 Millionen Euro, hinzu kommt noch der Kauf eines Bauplatzes, den Brill mit 80 000 Euro schätzt. Weil das Land Hessen für den Bau nur 650 000 Euro als zuwendungsfähige Kosten akzeptiert und dementsprechend niedrig die Förderung des Projektes durch das Land ausfällt, hat die Gemeinde gegen den Zuwendungsbescheid vor dem Verwaltungsgericht Klage eingereicht.

Von Stefanie Salzmann

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