Fehlalarm beim Rauchmelder: Rechnung über 200 Euro

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Seit dem 1. Januar Pflicht in Hessens Wohnräumen: Rauchmelder. Wenn die fälschlicherweise losgehen und die Polizei gerufen wird, kann es teuer werden.

Werra-Meißner. Ein Rauchmelder löst einen Fehlalarm aus, ein Nachbar ruft wegen des Geräusches die Polizei - und die schickt eine Rechnung über 200 Euro an die Hausbesitzerin aus Eschwege für den Einsatz.

Katja Höhn hat ein Problem. Sie soll 200 Euro an die Polizei überweisen, weil deren Beamte eines Nachts im Juli vor ihrem Haus vorfuhren - gerufen von einem besorgten Nachbarn Höhns, der den Rauchmelder gehört hatte.

Der piepte in der Nacht auch tatsächlich - jedoch fälschlicherweise, im Haus von den Höhns brannte es zum Glück nicht. „Es war gegen halb eins, als ich von dem lauten Geräusch wach wurde“, erinnert sich Katja Höhn. Sofort drehte sie eine Runde im Haus, schaute zuerst im Zimmer ihres Sohnes nach, in dem der Alarm losgegangen war. „Doch es gab glücklicherweise kein Feuer.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch schon ein aufmerksamer und besorgter Nachbar bei der Polizei angerufen, den Alarm gemeldet. „Die Beamten haben sich dann versichert, dass wirklich alles in Ordnung ist“, sagt Polizeisprecher Jörg Künstler aus Eschwege. Als die Polizisten wieder weg waren und ihre Familie wohlbehalten im Bett lag, war der Vorfall für die 45-jährige Katja Höhn erledigt - bis sie gut fünf Monate später Post von der Polizei bekam. Geschickt worden war eine Rechnung über 200 Euro, die die verheiratete Mutter für den Einsatz bezahlen soll. Die Ungläubigkeit wich einer Frage: Wofür soviel Geld bezahlen, wenn es doch bloß ein Fehlalarm war?

„Die Einsätze sind alle kostenpflichtig, wenn es ein sogenanntes Gefahrenmeldesignal gibt und es sich dabei um einen Falschalarm handelt“, erklärt Polizeisprecher Künstler. Das sei so festgeschrieben, natürlich könne man dagegen aber Widerspruch einlegen - was Katja Hohn auch getan hat. „Bislang habe ich bis auf eine Eingangsbestätigung aber noch keine Antwort erhalten.“

Hätte sich ihr Nachbar, dem sie dankbar für seine Besorgnis und Aufmerksamkeit ist, bei der Feuerwehr gemeldet, wäre der Einsatz wohl kostenfrei gewesen. „Wenn ein begründeter Anfangsverdacht besteht, dass es irgendwo brennt, es aber gar kein Feuer gibt, wird auch keine Gebühr erhoben“, sagt Eschweges Stadtbrandinspektor Lothar John. Dass ein Rauchmelder, der seit dem 1. Januar Pflicht in Hessens Wohnungen und Häusern ist, tatsächlich vor Feuer warnt und nicht bloß die Batterie leer ist, erkenne man laut John am Ton: „Brennt es, gibt es ein durchgehendes Geräusch. Muss die Batterie gewechselt werden, ertönt alle zwei Minuten ein Piepen.“

Bei Unternehmen sehe die Sachlage jedoch anders aus, sagt John: Gehe der Rauchmelder aufgrund eines technischen Defekts an, müsse dafür auch gezahlt werden. Sei der Alarm jedoch begründet, etwa wenn es tatsächlich zu einer Rauchentwicklung kam, die selbst unter Kontrolle gebracht werden konnte, müsse nichts gezahlt werden.

Von Constanze Wüstefeld

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