SPD-Politiker Quanz und Franz kritisieren: Zu viele Schüler werden abgehängt

Zu oft fehlt der Abschluss

Eschwege. 435 000 Euro gibt der Werra-Meißner-Kreis im Jahr für die Schulsozialarbeit aus und denkt nach Angaben von Sprecher Jörg Klinge nicht daran, diese Mittel zu streichen oder zu kürzen. „Schulsozialarbeit verhindert Sozialkosten von morgen“, so Klinge.

Auch wenn der Kreistag entscheide, dass der Landkreis unter den sogenannten Schutzschirm tritt, stünden diese freiwilligen Leistungen nicht zur Diskussion. Klinge: „Schulsozialarbeit hat höchste Priorität.“ Nach Angaben des Sprechers gehen Zuschüsse an eine ganze Reihe von Mittelstufenschulen sowie an alle Grundschulen.

Dieter Franz

Allerdings, so Klinge, könne der Kreis nicht Anteile von Städten oder Gemeinden übernehmen, die aus der Förderung ausstiegen.

Lothar Quanz

Das ist aber selbst in der hochverschuldeten Stadt Bad Sooden-Allendorf gegenwärtig kein Thema. 12 000 Euro fließen dort im nächsten Jahr in die Schulsozialarbeit. Der Finanzausschuss hat das bereits beschlossen. Es sei davon auszugehen, dass die Stadtverordnetenversammlung sich diesem Votum anschließe, so Bürgermeister Frank Hix. „Alle politischen Kräfte haben die Notwendigkeit erkannt“, sagte der Verwaltungschef. Die Land- und Kreistagsabgeordneten Dieter Franz und Lothar Quanz hatten bei der Vorstellung der sozialdemokratischen Leitziele in der Bildungspolitik davor gewarnt, dass Schutzschirmkommunen gezwungen sein könnten, aus der je zu einem Drittel vom Land, von den Kreisen sowie den Städten beziehungsweise Gemeinden finanzierten Schulsozialarbeit auszusteigen, gleichzeitig aber den Ausbau des Engagements auf diesem Gebiet gefordert. Bildungsgerechtigkeit und die optimale Förderung jeden einzelnen Kindes sind Kernforderungen der Sozialdemokraten. Die größten Probleme des deutschen Schulsystems sehen die beiden Politiker darin, dass zu viele Schüler abgehängt würden, in der Folge zu viele Jugendliche ohne ausreichende Kompetenzen in den Kernbereich blieben und keinen qualifizierten Abschluss erhielten.

Neben dem Ausbau der Schulsozialarbeit sehen Quanz und Franz wichtige Antworten beispielsweise in frühkindlicher Bildung mit flexibler Schuleingangsstufe sowie dem Ausbau der Ganztagsangebote in Grundschulen und Kindergärten. Schulen müssten selbstständiger werden. Aber auch die Lehrerausbildung gelte es zu reformieren. Und im Mittelpunkt aller pädagogischen und organisatorischen Schritte, so die Forderung, müsse jedes einzelne Kind stehen.

Von Harald Sagawe

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